Karfreitag Ex-Bischöfin Käßmann ist gegen Osterschmuck vorm Fest

Haus oder Garten schon vor Ostern mit Schmuck zu verschönern, findet nicht den Beifall von Margot Käßmann. Das habe mit dem Fest der Auferstehung nichts zu tun, sagt die frühere Bischöfin.
Theologin Käßmann (Archivfoto): "Wenn überall schon Ostereier hängen, finde ich das inhaltsleer"

Theologin Käßmann (Archivfoto): "Wenn überall schon Ostereier hängen, finde ich das inhaltsleer"

Foto: Florian Schuh/ dpa

Lübeck - Die frühere Bischöfin Margot Käßmann ist gegen das Osterschmücken vor dem Fest. "Wenn überall schon Ostereier hängen und Osterfeste gefeiert werden, finde ich das inhaltsleer", sagte sie in einem Interview mit den "Lübecker Nachrichten". "Das hat mit Ostern nichts zu tun."

Die 55-Jährige ruft die Menschen zu mehr Besinnlichkeit auf. In Zeiten einer Karnevalisierung der Gesellschaft müsse alles Spaß machen, "sonst ist es nichts wert", kritisiert Käßmann. Ihr persönlich sei der Karfreitag bedeutender als Ostern: "Mir ist wichtig, in den Blick zu nehmen, dass auch meine Zeit begrenzt ist. Das Leben ist nicht leidfrei zu haben."

Ostern sei das Fest der Auferstehung: "Der Tod hat nicht das letzte Wort! Wenn das kein Grund zum Feiern ist!", so Käßmann. Auch der Samstag davor sei besonders: "Diese Zeit der Stille, der Spannung zwischen dem Karfreitag und dem Ostermorgen. Das erleben Menschen ja gar nicht, die vor allem Shoppen wollen oder ein Wellness-Wochenende machen."

Die Protestantin verteidigt in dem Gespräch zudem das Tanzverbot am Karfreitag: "Was macht es so schlimm, einen Tag nicht zu tanzen?", fragt sie. Es tue der Gesellschaft gut, auch mal zur Ruhe zu kommen.

Käßmann war Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) - die erste Frau in diesem Amt. Im Februar 2010 überfuhr sie mit ihrem Dienstwagen eine rote Ampel, daraufhin trat sie von ihren Ämtern als EKD-Ratsvorsitzende und Bischöfin zurück. Sie bleibt Pastorin, seit 2012 ist sie Botschafterin der EKD für das Reformationsjubiläum 2017.

heb
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