Amerikaner in Pakistan Trophäensammler zahlt 110.000 Dollar für Abschuss seltener Bergziege

Ein Jäger aus den USA hat in Pakistan eine stolze Summe entrichtet, um ein seltenes Tier zu erlegen. In einem Video prahlt er damit - und erntet dafür Entrüstung.


Das Video eines amerikanischen Trophäensammlers hat im Internet für großes Entsetzen gesorgt. Der Jäger zeigt sich darin mit dem Kadaver einer seltenen Bergziege und prahlt mit dem Abschuss des Tiers.

Ein Foto des Amerikaners mit seiner Jagdtrophäe war vor einer Woche in pakistanischen Zeitungen erschienen, berichtet die "Washington Post". Demnach habe der Jäger die Rekordsumme von 110.000 Dollar für den Abschuss des seltenen Tieres bezahlt.

Dabei handelt es sich um die Schraubenziege, auch Markhor genannt (Capra falconeri). Besonders auffällig sind ihre Hörner, die spiralförmig gewunden sind. Der Amerikaner habe die Ziege bei einer Touristenexpedition in der nördlichen Himalaya-Region Gilgit-Baltistan erlegt, hieß es.

"Es war ein einfacher und naher Schuss", wurde der Jäger zitiert. Es sei sehr zufrieden damit, "sich die Trophäe genommen zu haben". Laut Bericht heißt der Amerikaner Bryan Kinsel Harlan, er stammt den Angaben seiner Bergführer zufolge aus Texas.

Mit seinem Video erntete der Mann reihenweise empörte Reaktionen. In den Kommentarspalten fragten sich viele, warum die Jagd auf die Schraubenziege nicht verboten sei.

Doch den pakistanischen Behörden zufolge soll die Praxis sogar dabei geholfen haben, die seltene Tierart vor dem Aussterben zu retten. Jahrzehntelang war die Population der Markhors, die im Himalaya in Pakistan, Indien und Afghanistan beheimatet sind, gesunken.

2011 gab es schätzungsweise nur noch 2500 Exemplare. Pakistan hatte daraufhin die Jagd auf die Tiere verboten - zumindest für die eigenen Landsleute. Für eine kleine Gruppe zahlungskräftiger Jäger aus dem Ausland gibt es hingegen Genehmigungen zum Abschuss von 12 männlichen Ziegen pro Saison.

Inzwischen soll sich die Population wieder erholt haben. Allerdings hat Pakistan dem Bericht zufolge eine gemischte Bilanz beim Schutz seltener und gefährdeter Tiere. Die Beamten lassen demnach regelmäßig mehr Tiere töten, als erlaubt ist. Im Jahr 2014 erschoss ein saudischer Prinz Berichten zufolge mehr als 2000 Exemplare einer geschützten Vogelart, obwohl er nur eine Genehmigung für 100 hatte.

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insgesamt 26 Beiträge
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dschulzehh 12.02.2019
1. unfassbar
hohl.
tuvalu2004 12.02.2019
2. Jagd kann sinnvoll sein - das aber nicht
Natürlich kann man argumentieren, dass das Geld für den Schutz der Population eingesetzt wird - LOL in Pakistan! Ja nee, is klar. Einem Land mit enorm hoher Korruption. Warum das Kacke ist steht ja im letzten Absatz. Und so ist das immer in korrupten Ländern - in den anderen ist der Preis nur höher. Und das Ganze nur weil irgend ein Vollpfosten eine Trophäe haben will. Das ist pervers und hat mit Jagd nichts zu tun. Aber der Typ hat noch Glück, er ist weiß und männlich. Was bei einer weiblichen Jägerin (im besten Sinne) passiert durfte man vor ein paar Tagen lesen. Wüste Beschimpfungen, Morddrohungen und der fortgesetzte Besuch extremistischer (vorgeblicher) Tierschützer, inkl. Sachbeschädigung.... Wie gesagt das war eine ausgewiesene Jägerin die sinnvolle Populationspflege macht, der Typ nur ein ausgewiesener Ar***.
Crom 13.02.2019
3.
Ich finde es nicht gut, den vollen Namen und Herkunft des Jägers zu nennen. Das führt doch wieder nur dazu, dass die Hater aktiv werden. SPON sollte das nicht noch befeuern!
Atheist_Crusader 13.02.2019
4.
Ich finde grundsätzlich Menschen verabscheuungswürdig die Jagd verherrlichen. Ich meine, ich verstehe dass es manchmal nötig ist um das ökologische Gleichgewicht zu bewahren. Und dann spricht auch nichts dagegen das Fleisch auch zu essen. Aber jemand der schlicht ein Tier tötet um damit anzugeben, um sich eine Trophäe an die Wand hängen zu können ist einfach ekelerregend. Davon das "Sport" zu nennen fange ich mal gar nicht erst an. Wo ist da der sportliche Wettbewerb, wo die Fairness wenn eine Seite nichtmal weiß dass sie an diesem "Sport" teilnimmt? Wenn ich Jemandem spontan ins Gesicht schlage, kann ich das auch nicht als Boxkampf bezeichnen.
leander.1991 13.02.2019
5. Ekelhaft!
Nicht wegen der Jagd an sich, die mag ja O.K. sein, sondern diese Profilierungslust... aber ich verstehe schon, man hat ja auch so viel Geld dafür bezahlt, wäre schade drum wenn niemand davon etwas mitbekommen würde. Springt daheim nicht genug Wild überzählig herum? Jetzt mal ehrlich, ist das wirklich so ein großer Unterschied? Töten allein reicht nicht mehr, es muss etwas Besonderes sein für irgendeinen Kick? Und 110.000 Dollar für so eine dusselige Ziege, so ganz fassbar ist das nicht, es gibt halt Leute mit ZU VIEL Geld, ganz offensichtlich.
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