Asienreise Papst besucht Sri Lanka

Begrüßt wurde er von Tänzern, Trommlern und Elefanten: Papst Franziskus ist zu Beginn seiner Asienreise in Sri Lanka gelandet. Wieder einmal zeigte sich, wie unpraktisch die Amtstracht bei widrigen Windbedingungen ist.


Colombo - Papst Franziskus ist zum Auftakt seiner Asienreise auf der ethnisch und religiös geteilten Tropeninsel Sri Lanka eingetroffen. Er wolle den Heilungsprozess und die Vereinigung unterstützen, sagte Oberhaupt der katholischen Kirche in seiner Begrüßungsrede am Flughafen bei Colombo. Die Anhänger aller Religionen spielten eine wichtige Rolle bei der Versöhnung. Sri Lanka litt über Jahrzehnte unter einem Bürgerkrieg.

Franziskus bekam auf dem roten Teppich vor dem Flugzeug eine Blumengirlande umgehängt. Trommler, Tänzer und sogar Elefanten standen für den Papst Spalier, ein Chor sang. Franziskus bedankte sich für den warmherzigen Empfang und betonte die "große Vielfalt der kulturellen und religiösen Traditionen" des Landes.

Nur 6,1 Prozent der Sri Lanker sind Katholiken; mehr als drei Viertel sind Buddhisten. Der Papst rief zur Achtung "jedes Mitglieds der Gesellschaft" auf. Alle Menschen in Sri Lanka müssten zusammenarbeiten, jeder müsse eine Stimme haben und sich frei äußern dürfen.

Offiziell empfangen wurde er von Sri Lankas neuem Präsidenten Maithripala Sirisena. Dieser hatte erst in der vergangenen Woche die Wahl gewonnen, gestützt von einer breiten Koalition aus Buddhisten, Christen und Muslimen. Es sei ein "glücklicher und freudiger Anlass", sagte Sirisena. Franziskus hatte unterdessen mit dem Wind zu kämpfen, der ihm nicht nur die Kappe (Pileolus genannt) vom Kopf wehte, sondern auch den Kragen seiner Soutane um den Kopf wickelte.

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Asienreise: Der Papst landet in Colombo
Messe am Strand von Colombo geplant

Tausende Menschen hatten sich entlang der 23 Kilometer langen Strecke vom Flughafen Bandarnaike nach Colombo aufgereiht, um den Papst in seinem offenen Wagen zu sehen. Viele hatten Fähnchen mitgebracht; auch in der Millionenstadt ist alles festlich geschmückt. Etwa 23.000 Polizisten stehen bereit, um die Menschenmassen zu kontrollieren. Zur Messe in einem Park am Meer werden etwa eine halbe Million Menschen erwartet.

Im Zentrum von Franziskus' dreitägigem Aufenthalt auf Sri Lanka steht der interreligiöse Dialog. Auch wird er den indischen Missionar Joseph Vaz heiligsprechen. Am Donnerstag wird der 78 Jahre alte Argentinier auf die Philippinen weiterfliegen. Es ist bereits die zweite Asienreise von Franziskus - ein Zeichen, welch große Bedeutung er diesem Kontinent zumisst.

Zunächst aber wird Franziskus in den Norden der Insel fliegen, wo die tamilische Minderheit lebt. Dort kämpften Rebellen der Terrororganisation LTTE für einen eigenen Staat. "Sri Lanka hat über viele Jahre die Schrecken von inneren Unruhen erlebt", sagte Franziskus. Die katholische Kirche spielt eine besondere Rolle in dem Konflikt, da es sowohl unter den ansonsten überwiegend buddhistischen Singhalesen als auch unter den überwiegend hinduistischen Tamilen Katholiken gibt.

wit/dpa/AFP



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