Vatikan Papst Franziskus besetzt wichtige Posten neu

Nach dem Finanzskandal im Vatikan hat Papst Franziskus den Kardinalsrat aufgestockt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche bestätigte zudem Kardinal Reinhard Marx als Mitglied des Gremiums.
Papst Franziskus

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Foto: ALBERTO PIZZOLI / AFP

Papst Franziskus hat einen Nachfolger für den geschassten Kardinal Angelo Becciu benannt. Dessen Posten als Präfekt der Kongregation für die Heilig- und Seligsprechungen übernimmt der italienische Bischof Marcello Semeraro.

Zudem bestätigte das Oberhaupt der katholischen Kirche den Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx im Kardinalsrat, wie der Vatikan mitteilte.  

Der katholische Kirchenstaat hatte am 24. September den Rückzug des Italieners Becciu von seinen Ämtern bekannt gegeben. Ihm wird vorgeworfen, für dubiose Geldströme im Vatikan verantwortlich zu sein. Becciu bestritt ein Fehlverhalten. Sein Nachfolger Semeraro war bisher Bischof von Albano südöstlich von Rom sowie Sekretär des Kardinalsrats. Dieses Gremium soll eine Reform der Kurie, also der vatikanischen Bürokratie, vorantreiben.

Mit der Neubesetzung stockt der Papst den Kardinalsrat auf. Das Gremium berät ihn bei der Kurienreform, wie auch das katholische Medienzentrum berichtet.  Franziskus bemüht sich seit Langem, die wenig transparenten Finanzen neu zu ordnen. So sollen viele Ausgaben künftig zentral gesteuert werden.

Zudem berief der Papst den frisch gekürten Nobelpreisträger Reinhard Genzel in die Päpstliche Akademie der Wissenschaften. Der Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching bei München werde dort ordentliches Mitglied, teilte die Pressestelle des Kirchenstaates mit. Der 68-Jährige hatte am 6. Oktober den Physik-Nobelpreis zugesprochen bekommen.

Das Gremium des Papstes hält internationale Tagungen ab. Es soll den wissenschaftlichen Fortschritt fördern. Die Akademie vereint um die 80 Forscher und Forscherinnen aus verschiedenen Disziplinen, darunter auch weitere Experten aus Deutschland.

kha/dpa
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