Papst zu möglichem Nordkorea-Krieg "Die Menschheit könnte das heute nicht aushalten"

In einem stark abgesicherten Militärstadion in Ägypten hat Papst Franziskus eine Messe gehalten. Er warnte Zehntausende Gläubige vor Extremismus. Auf dem Rückweg nach Rom mahnte er zu Diplomatie in der Nordkorea-Krise.
Papst Franziskus

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Foto: Nariman El-Mofty/ AP

Papst Franziskus hat im Nordkorea-Konflikt zu einer diplomatischen Lösung aufgerufen und vor einer Eskalation der Krise gewarnt. "Ich rufe immer dazu auf, die Probleme auf diplomatischem Weg zu lösen", sagte das Katholiken-Oberhaupt im Flugzeug auf dem Rückweg von Kairo nach Rom.

"Denn ein erweiterter Krieg würde heute (...) einen guten Teil der Menschheit, der Kultur zerstören", sagte er. "Ich glaube, die Menschheit könnte das heute nicht aushalten." Die Vereinten Nationen müssten in der Krise ihre Vermittlungen verstärken.

Nordkorea hatte zuletzt mit einem weiteren Raketenstart die Regierung von US-Präsident Donald Trump herausgefordert. Inzwischen hat ein Flottenverband um einen US-Flugzeugträger die Gewässer um die koreanische Halbinsel erreicht.

Papst warnt vor Extremismus - unter Militärschutz

Zum Abschluss seiner Ägyptenreise hatte Franziskus bei einer Messe in einem Militärstadion vor religiösem Fanatismus gewarnt. "Der einzige Extremismus, der Gläubigen erlaubt ist, ist der der Nächstenliebe", sagte er vor Tausenden Gläubigen. "Jeder andere Extremismus kommt nicht von Gott und gefällt ihm nicht." Der Glaube schaffe es, Dialog, Respekt und Brüderlichkeit zu verbreiten.

Aus Sorge vor Anschlägen in dem muslimisch geprägten Land fand die Messe unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Christen werden in Ägypten immer wieder Ziel von Angriffen. Erst vor knapp drei Wochen starben mehr als 40 Menschen bei einem Anschlag auf zwei koptische Kirchen im Norden des Landes. Etwa zehn Prozent der rund 94 Millionen Ägypter sind Christen, die meisten Kopten. In dem Land leben nur rund 270.000 Katholiken.

Statt der erwarteten 25.000 Menschen kamen laut Vatikan rund 15.000 zur Papst-Messe. Trotz leerer Ränge war die Stimmung aber fröhlich. Menschen schwenkten ägyptische Fähnchen, während vor der Messe laute Musik durch die Arena hallte. Militärhubschrauber kreisten über dem Gelände in der Wüste.

Penible Kontrollen an den Eingängen - Mobiltelefone mussten draußen bleiben

"Franziskus' Besuch ist sehr wichtig, vor allem in dieser Zeit des Terrors. Nicht nur für Christen, sondern für alle Ägypter", sagte Heidi Beschir, die für das Außenministerium in Kairo arbeitet und zu der Messe gekommen war. Besucher Gabriel Romanelli aus Alexandria bezeichnete den Besuch als "großes Geschenk Gottes" und "Zeichen des Vertrauens" in die Sicherheit des Landes.

Kurz vor Abflug traf der 80-jährige Pontifex noch katholische Geistliche und sprach ihnen Kraft zu, um den interreligiösen Dialog weiter voranzutreiben. An den abgeriegelten Straßen aus der Stadt in die Arena standen Tausende Sicherheitskräfte, auch am Einlass gab es penible Kontrollen. Die Besucher mussten ihre Mobiltelefone abgeben.

Der Papst war am Freitag in Ägypten angekommen und hatte am ersten Tag die Religionen zu einem verstärkten Einsatz gegen Extremismus und gegen Gewalt aufgerufen. Außerdem verurteilte er Hass sowie "demagogischen Populismus". Franziskus warnte davor, dass Religion politisch missbraucht werde. Auch den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah el-Sisi traf der Papst bei seinem Besuch.

kry/dpa
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