Papst Franziskus im Weißen Haus Einwanderersohn bedankt sich bei Einwandererland

Barack Obama hat den Papst im Weißen Haus empfangen. Franziskus mahnte Tempo an beim Kampf gegen den Klimawandel. Und auch ein anderes aktuelles Problem wurde thematisiert.


Papst Franziskus und US-Präsident Barack Obama haben bei ihrem Treffen in Washington zum gemeinsamen Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. "Angesichts der Dringlichkeit bin ich der Überzeugung, dass der Klimawandel ein Problem ist, das nicht länger einer kommenden Generation überlassen werden darf", sagte Franziskus in seiner Ansprache bei der Begrüßungszeremonie.

Man habe nicht mehr viel Zeit, den Klimawandel aufzuhalten, sagte Franziskus. Es sei ein "kritischer Moment", man müsse nun "mit Ernst und Verantwortung erkennen, was für eine Welt wir hinterlassen wollen".

Der US-Präsident hatte zuvor dem Oberhaupt der katholischen Kirche für dessen Einsatz in Krisenregionen und für Klimaschutz gedankt. Franziskus erinnere die Menschen daran, dass Flüchtlingen aus Kriegsgebieten geholfen und die vom Klimawandel bedrohte Erde geschützt werden müsse, sagte Obama. Der Schutz des Planeten sei "heilige Pflicht".

Obama bezog sich auch auf das politische Engagement des Papstes. "Wir sind dankbar für Ihre unbezahlbare Unterstützung unseres Neuanfangs mit Kuba", sagte der US-Präsident. Franziskus, der in den vergangenen Tagen Havanna besucht hatte, hatte bei der Annäherung zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten eine Vermittlerrolle übernommen.

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Treffen in Washington: Obama und der Papst
Das Treffen im Weißen Haus bildet den Auftakt des ersten vollen Besuchstags von Papst Franziskus in der US-Hauptstadt. Rund 15.000 Menschen versammelten sich in der Innenstadt Washingtons, um seinen Besuch zu verfolgen.

Der Papst sprach auch das Thema Einwanderung an, das ihm besonders am Herzen liegt. "Als Sohn einer Einwandererfamilie freut es mich, Gast zu sein in diesem Land, das großenteils von solchen Familien aufgebaut wurde", sagte er.

Franziskus lobte den Einsatz der USA gegen Diskriminierung und für Religionsfreiheit, "einer der wertvollsten Schätze Amerikas". Die USA hätten eine Gesellschaft geschaffen, die individuelle Freiheit verteidigt. Seine kurze Rede beendete Franziskus mit den Worten "God bless America."

Treffen mit den Bischöfen

Nach dem Besuch im Weißen Haus traf Franziskus in der Kathedrale "St Matthew the Apostle" die rund 400 US-Bischöfe. Dabei rief er die katholische Kirche in den USA zum Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern auf. Er unterstütze das Engagement der Kirche, "um sicherzustellen, dass sich solche Verbrechen niemals wiederholen", sagte der Papst.

Franziskus dankte den Bischöfen für den "großzügigen Einsatz, um die Opfer zu heilen - in dem Wissen, dass mit dem Heilen auch wir geheilt werden". Er wisse, wie sehr die "Wunden der vergangenen Jahre" auf den Bischöfen gelastet hätten, sagte Franziskus.

Der Papst lobte die Bischöfe auch für ihren Einsatz zur Unterstützung von Migranten. "Ich weiß um die enormen Anstrengungen, die ihr unternommen habt, um die Migranten zu begrüßen und zu integrieren, die weiter nach Amerika schauen", sagte er. Der Einsatz für Flüchtlinge gehöre genauso zu den Aufgaben der Kirche wie das Engagement gegen Abtreibung. so Franziskus.

hut/vek/dpa/AFP

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hubertrudnick1 23.09.2015
1. Klimafreund
Das ich nicht lache, Obam im Kampf für den Erhalt des Klimas, wo sind denn die Gesetze und Reglungen Herr Obama, wie lange haben sie schon ihr Amt, sie wollen doch nur ein mal erneut Luftlöcher produzieren, sie wissen es doch wohl besser, denn sie setzen nichts durch, es sollte nur ein guter Schein für ihr abgehendes Amt bleiben. Die USA sind nach wie vor mit China die größten Umweltsünder, obwohl die USA mit ihrer Technologien so einiges zum Gusten des Umweltschutze leisten könnten. An ihnen Taten sollte man sie erkennen und nicht an den Versprechungen. Ich kann diese Propagandaschow einfach nicht mehr ertragen, so was von Scheinheiligkeit.
iffelsine 23.09.2015
2. Den Papst läßt die Flüchtlingskrise kalt !
Die Katholische Kirche und der Vatikan verfügen in Europa über wahnsinnige Mengen an Grundstücken und Gebäuden. Kaum etwas davon stellt der Papst den Flüchtlingen zur Verfügung. Den Gläubigen wurden in den letzten Generationen Milliarden abverlangt - kaum etwas gibt der Papst für die Flüchtlinge aus. Ach, ja, stimmt, die Syrer sind ja überwiegend keine Katholiken, da kann der Papst sich der Verantwortung entziehen.
darthmax 23.09.2015
3. Folgerichtig
für den Papst wäre es dann , die Überbevölkerung zu beklagen und sich auf Massnahmen gegen diese zu verständigen. Stattdessen wird mit dem Islam gerungen, welche Religion mehr Kinder produziert. Stickoxide entstehen nicht nur beim Diesel sondern viel mehr bei der intensiven Landwirtschaft.
Shoxus 23.09.2015
4. Schade
komplett daneben gehaun. Wo ist die Kritik an der Kriegstreiberei? Wodurch ja erst diese ganzen Flüchtlingswellen entstehen? Und dann wird noch von Freiheit gefaselt? Sorry aber doch nur wieder eine Show gewesen. Nicht mehr und nicht weniger. Die Wahrheit wird einfach nicht ausgesprochen.
freespeech1 23.09.2015
5.
"Als Sohn einer Einwandererfamilie freut es mich, Gast zu sein in diesem Land, das großenteils von solchen Familien aufgebaut wurde", sagte er. Hat er auch ein Gespräch mit den Ureinwohnern der USA bzw. Mittel- und Südamerikas geplant und will mit ihnen darüber sprechen, wie sie die gewaltsame Landnahme durch die Europäer sehen? Da hätte man vom Papst etwas mehr Feingefühl erwartet
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