Besuch in Washington Fünfjährige überbringt Post für Papst Franziskus

Die fünfjährige Sophie Cruz wollte in Washington unbedingt den Papst treffen - und ließ sich auch von den Sicherheitskräften nicht aufhalten. Am Ende bekam sie einen Kuss von Franziskus. Und konnte ihm einen Brief mit ernster Botschaft überreichen.

AP

Sophie Cruz hat es geschafft. Das Mädchen aus South Gate, Kalifornien, war nach Washington gekommen, um Papst Franziskus zu treffen. Der fuhr am Mittwochmorgen mit einem Fahrzeug durch Washington, der Weg war selbstverständlich gesichert, Einsatzkräfte achteten darauf, dass keiner dem Papamobil zu nah kam. Doch darum scherte sich das Mädchen nicht.

Cruz versuchte, sich ihren Weg durch die Absperrung zu bahnen und schreckte kurz zurück, als sich einer der Sicherheitsmänner näherte. Doch da hatte Franziskus die Situation schon beobachtet - und er gab zu verstehen, dass er das Mädchen begrüßen wolle.

Also wurde Cruz von einem der Männer in die Höhe und Richtung Papst gehoben. Er gab dem Mädchen einen Kuss und segnete es. Aber auch Cruz hatte etwas für Franziskus dabei: einen Brief und ein gelbes T-Shirt.

In dem Schreiben bat Cruz den Papst darum, sich dafür einzusetzen, dass ihre Eltern und die zahlreichen anderen illegalen Einwanderer die Chance bekommen, legal im Land bleiben zu dürfen. Das sagte Gloria Saucedo, die Chefin einer Organisation, die sich für die Rechte von Immigranten in den USA einsetzt. Sie hatte den Trip nach Washington organisiert, neben Cruz waren noch fünf weitere Kinder sowie 19 Erwachsene dabei.

Auch mit dem T-Shirt war eine Botschaft verbunden. "Papst: Rette Dapa", stand unter anderem darauf. Gemeint ist ein Programm zugunsten von ausländischen Personen, die schon lange in den USA leben oder die dort Kinder bekommen haben. Die fünfjährige Cruz wurde wie ihre Schwester in den USA geboren, die Mädchen haben also die amerikanische Staatsbürgerschaft. Die Eltern der beiden waren vor etwa zehn Jahren aus Mexiko in die USA gekommen.

Video: Der Papst im Weißen Haus

Papst Franziskus war am Dienstag in Washington angekommen. Am Mittwoch traf er Präsident Barack Obama im Weißen Haus. Dabei sprach Franziskus auch das Thema Einwanderung an, das ihm besonders am Herzen liegt. "Als Sohn einer Einwandererfamilie freut es mich, Gast zu sein in diesem Land, das großteils von solchen Familien aufgebaut wurde", sagte er und lobte den Einsatz der USA gegen Diskriminierung und für Religionsfreiheit, "als einen der wertvollsten Schätze Amerikas".

Am Donnerstag wird Franziskus eine Rede vor dem US-Kongress in Washington halten - als erster Papst. Bevor er am Sonntag wieder zurück nach Rom fliegt, wird er noch New York und Philadelphia besuchen.

aar/AP

insgesamt 13 Beiträge
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rgw_ch 24.09.2015
1. Jaja
Doch, das glaube ich jetzt unbesehen und aufs Wort, dass eine Fünfjährige aus eigenem Antrieb einen Brief geschrieben, ein T-Shirt gekauft und sich zum Papst durchgedrängt hat. Wieso es immer Menschen gibt, die Kinder für ihre Zwecke instrumentalisieren, und wieso es immer Medien gibt, die das fördern und ausschlachten, das ist mir schleierhaft.
dschungelmann 24.09.2015
2. Mal gespannt....
was der Mann vor dem Kongress zu sagen hat. Fuer eine Ueberraschung ist der immer gut. Haette nie gedacht, das ich nen Pabst mal gut finden koennte.
Xantos73 24.09.2015
3. Gleichnisse
Tja schon komisch, über Ungarn regt sich derzeit alle Welt auf. Die USA haben schon seit Jahrzehnten einen netten Grenzzaun gen Mexico und das obwohl, wie im Beitrag geschrieben, die USA auf Einwanderung begründet ist. Schon toll wenn man seine Weltherrschaftsansprüche in die Welt hinaus tragen kann ohne sich vor den Konsequenzen in Form von Flüchtlingen fürchten muss. Es wäre interessant zu Wissen wie die USA reagieren würde wenn das europäische Beispiel und seine derzeitigen Flüchtlingsprobleme in Lateinamerika Schule machen würde und sich dort auch Volkswanderungen von arm zu reich einstellen würden...
lilsue66 24.09.2015
4. einfach...
...ein sympathischer und authentischer Mann.
anderermeinung 24.09.2015
5. aufmerksamer Mann
der Papst erfasst die Situation schneller als die Sicherheitleute. Möglicherweise sieht er (auch) mit dem Herzen.
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