Appell des Papstes "Ein Politiker darf niemals, niemals Hass und Ängste verbreiten"

Papst Franziskus hat nach seiner Rumänienreise mehr Verantwortung statt Populismus in der Politik gefordert, Spaltungen müssten überwunden werden.

Papst Franziskus: "Wir müssen den Politikern helfen, ehrlich zu sein"
Andrew Medichini/AP/dpa

Papst Franziskus: "Wir müssen den Politikern helfen, ehrlich zu sein"


Gefragt wurde Papst Franziskus nach Italiens rechtspopulistischem Innenminister Matteo Salvini, doch das Oberhaupt der katholischen Kirche bestand darauf, allgemeine Aussagen zu treffen: "Ein Politiker darf niemals, niemals Hass und Ängste verbreiten, sondern nur Hoffnung", sagte der Papst auf dem Rückflug nach einer dreitägigen Rumänienreise. "Wir müssen den Politikern helfen, ehrlich zu sein, damit sie nicht mit unwahren Bannern Wahlkampf führen, mit Verleumdung, Diffamierung, Skandalen." Oft säten sie Hass und Ängste. Das sei schrecklich.

Franziskus rief die Europäer zudem auf, "Spaltungen und Grenzen zu überwinden". Europa dürfe sich nicht durch Pessimismus oder Ideologien überwältigen lassen. Dieses müsse vermieden werden, um eine Rückkehr in "das getrennte und kriegerische Europa von 1914 oder in den Dreißigerjahren" zu verhindern: "Bitte lasst uns nicht dorthin zurückgehen, lasst uns aus Geschichte lernen, lasst uns nicht in dasselbe Loch noch einmal fallen."

In Rumänien hatte Franziskus die Gemeinschaft der Roma um Entschuldigung für die Diskriminierungen gebeten, die sie auch durch Christen erlitten habe. Zuvor hatte der Pontifex bei einer Messe im siebenbürgischen Blaj sieben griechisch-katholische rumänische Bischöfe seliggesprochen, die von den Kommunisten verfolgt wurden und in deren Gefängnissen starben.

Papst Franziskus im rumänischen Iasi
Andrew Medichini/AP/dpa

Papst Franziskus im rumänischen Iasi

Franziskus sprach auf dem Rückflug auch über seinen Vorgänger Benedikt XVI. , der mittlerweile 92 Jahre alt ist. "Jedes Mal, wenn ich ihn besuche, (...), nehme ich seine Hand und lasse ihn reden. Er redet nicht viel und er redet langsam, aber er hat noch immer dieselbe Weisheit. Weil Benedikts Problem seine Knie sind und nicht sein Kopf. Er ist sehr aufmerksam, und ihm zuzuhören gibt mir Kraft."

apr/dpa



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