Hilfe in den Gemeinden Papst ruft zur Aufnahme von Flüchtlingen auf

Jede Pfarrgemeinde und jedes Kloster sollen eine geflüchtete Familie aufnehmen, fordert Papst Franziskus. Der Vatikan selbst geht mit gutem Beispiel voran.
Papst Franziskus in Rom: Es reicht nicht, Mut und Geduld zu predigen

Papst Franziskus in Rom: Es reicht nicht, Mut und Geduld zu predigen

Foto: Riccardo De Luca/ AP/dpa

Mehr Solidarität und konkrete Hilfe für geflüchtete Menschen - das hat Papst Franziskus während des Angelus-Gebets auf dem Petersplatz in Rom gefordert. "Ich appelliere an alle Pfarreien, religiösen Gemeinschaften, Klöster und Wallfahrtsorte in ganz Europa, eine Flüchtlingsfamilie aufzunehmen", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche.

Angesichts des Leids Zehntausender Menschen, die Krieg und Hunger zu entkommen versuchten, reiche es nicht, Mut und Geduld zu predigen, sagte der 78-Jährige. Er appellierte an Europas Bischöfe, seinen Aufruf in ihren Diözesen zu unterstützen. "Die verschlossene Familie, die verschlossene Pfarrgemeinde, das verschlossene Land, all das kommt von uns und hat nichts mit Gott zu tun", sagte er.

Die beiden Pfarrgemeinden des Vatikan werden seinen Angaben zufolge in den nächsten Tagen mit gutem Beispiel vorangehen und Familien aufnehmen. Auch mit Blick auf das im Dezember beginnende außerordentliche Heilige Jahr seien "konkrete Gesten" notwendig, sagte der Pontifex. Es soll nach seinem Willen als "Jubiläum der Barmherzigkeit" begangen werden.

Franziskus und der emeritierte Papst Benedikt XVI. verfolgen das Schicksal der Flüchtlinge nach Angaben von Erzbischof Georg Gänswein aufmerksam. "Papst Benedikt nimmt das zur Kenntnis, schaut hin, macht sich Sorgen und betet viel. Das gleiche gilt für Franziskus, wir tauschen uns jeden Tag aus", sagte der Vertraute von Benedikt und Präfekt des Päpstlichen Hauses der Nachrichtenagentur Ansa.

vks/dpa/AFP
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