Papst Franziskus Umwelt-Enzyklika vorab geleakt

Offiziell soll die päpstliche Schrift zur Umwelt erst am Donnerstag veröffentlicht werden. Doch schon jetzt zitieren italienische Medien aus der Enzyklika: Demnach will Franziskus einen Dialog zum Schutz der Natur anstoßen.

Papst Franziskus: Einfluss auf die Uno-Klimakonferenz
DPA/LOSSERVATORE ROMANO

Papst Franziskus: Einfluss auf die Uno-Klimakonferenz


Ein Jahr lang soll es gedauert haben, die Enzyklika zum Umweltschutz fertigzustellen. Am Donnerstagmorgen sollen ausgewählte Journalisten einen ersten Blick auf die päpstliche Schrift werfen dürfen, am Mittag wird sie dann offiziell freigegeben. Doch die italienische Wochenzeitschrift "L'Espresso" hat bereits jetzt eine Version veröffentlicht, es handelt sich um ein 192-Seiten-Dokument - das den Zorn von Vatikan-Offiziellen erregt.

Vatikan-Sprecher Federico Lombardi forderte in einer Erklärung, die Veröffentlichungsfrist zu respektieren und ergänzte: "Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass es sich nicht um die finale Textversion handelt."

Enzykliken sind die wichtigsten päpstlichen Schreiben und sollen der Glaubensgemeinschaft als Wegweiser dienen. Im Juli 2013 gab es eine Premiere, als Franziskus gemeinsam mit seinem Amtsvorgänger eine Enzyklika mit dem Titel "Licht des Glaubens" veröffentlichte.

In dem aktuellen Text "Laudato Si" schreibt Papst Franziskus nun unter anderem über den Klimawandel und die Erderwärmung - und die Rolle, die der Mensch dabei spielt. "In dieser Enzyklika geht es mir vor allem darum, mit allen in einen Dialog über unser gemeinsames Zuhause zu treten", zitiert die "New York Times" (NYT) aus der Schrift.

Der Zeitung zufolge ist das Rundschreiben in sechs Kapitel unterteilt, das erste trägt demnach den Titel "Was passiert in unserem Zuhause?" und handelt unter anderem von Umweltverschmutzung und Klimaschutz. In weiteren Kapiteln geht es unter anderem um den Einfluss des technischen Fortschritts auf die Welt.

In einem Interview mit SPIEGEL ONLINE hatte der Vorsitzende der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften Ende Januar gesagt, Franziskus wolle mit der Umwelt-Enzyklika in die kommenden Uno-Klimaverhandlungen eingreifen. "Es soll ein Impuls sein für die Uno-Klimaverhandlungen in Paris. Die letzten Klimaverhandlungen von Peru haben den Papst enttäuscht", sagte Sánchez Sorondo. Die Uno-Konferenz in Paris soll vom 30. November bis zum 11. Dezember stattfinden.

Warum der Papst eine Umwelt-Enzyklika veröffentlicht

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timteuchov 16.06.2015
1. Kompetenzüberschreitung
Was hat die Kirche denn da mitzureden? Ist Jesus vom Himmel herabgestiegen und hat neue Ideen verkündet? Hat uns die Kirche die Wieder-Wiederauferstehung verschwiegen? Wer sich nur auf den Inhalt von jahrtausender alten Büchern bezieht hat zu aktuellen Themen nichts von belang beizutragen. Und sollte sich die Kirche doch neuen Erkenntnissen zuwenden, dann müsste sie als erstes erkennen, dass sie auf Aberglauben und Unwissenheit beruht und sich schleunigst selbst auflösen.
megamekerer 16.06.2015
2. Endlich ein Papst der es kapiert hat!
Er hat seine richtigen Aufgabe gefunden, ohne Natur hat kein Mensch ein Geist! Jesus würde es auch genauso machen, Natur und Umwelt sind jetzt die wichtigste Elemente der menschlichen Dasein. Wenn jetzt weiter die Ur- und Regenwälder abgeholzt werden, wenn die Erderwärmung weiter ansteigt, wenn wir so leben wie bisher, dann nicht mehr in 100 sondern in 50 oder 20 Jahren sind große Teile der Welt ausgetrocknet und wir werden hungern! Stellt euch vor, Kalifornien hat schon jetzt kein Wasser, und bald wahrscheinlich die gesamte Süden USA bzw. Mexiko usw. Dann strömen Millionen Amerikaner als Flüchtlinge nach Europa und Europa wird auch nicht mehr so sein wie bisher! Es ist sehr bedrohliche Lage und der Papst hat es verstanden und will jetzt etwas ändern, ich begrüße seine Initiative und unterstütze ihn wo ich kann!
brille000 16.06.2015
3. Denglisch!
... wurde vorab geleakt ... Kann man denn als Journalist nicht in einem normalen Deutsch schreiben? Ist es denn chic für Sie, ständig alle möglichen Sachen in dieser blöden "Denglisch-Form" herauszubringen? Unmöglich für Leute, die eigentlich der Sprache (und sei es deutsch) vrpflichtet sein sollten.
Überfünfzig, 16.06.2015
4. Wenn der Papst...
...was für die Umwelt bzw. gegen die Zerstörung der Naturräume tun möchte, dann sollte er den Völker in Afrika und sonstwo auf der Welt nicht die Verhütung verbieten und gleichzeitig gegen die Überbevölkerung anpredigen. Denn viele der heutigen Umweltprobleme fußen darauf, das sich die Spezies Mensch hemmungslos auf dem Erdball ausbreitet.
denkmal! 16.06.2015
5. Bravo!
Endlich einer, der es begreift! Endlich ein Prominenter, der Umweltschutz und Moral vereint. Endlich kommt zusammen, was zusammen gehört! Weiter so! Tiefer, härter, moralischer! Ethik alleine führt zu nix und schleimt sich in letzter Konsequenz bloss den Anforderungen der Wirtschaft an...
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