Reliquie von Johannes Paul II. Polizei stellt Papstblut sicher

Tagelang durchkämmte die Polizei die Gegend um die kleine Kirche San Pietro della Ienca - dort wurde eine Blutreliquie des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. gestohlen. Nun haben die Ermittler das blutdurchtränkte Tuch wiedergefunden.

Teile der Blutreliquie von Johannes Paul II.: Wieder im Besitz der Kirche
DPA

Teile der Blutreliquie von Johannes Paul II.: Wieder im Besitz der Kirche


L'Aquila - Die Suche nach der gestohlenen Blutreliquie des 2005 gestorbenen Papstes Johannes Paul II. war erfolgreich. Die wesentlichen Teile des wertvollen Relikts seien gefunden und wieder zusammengesetzt worden, berichtete der Weihbischof von L'Aquila, Giovanni D'Ercole. Einige wenige Teile fehlten noch, die Suche nach ihnen gehe weiter.

In der Nacht zum Sonntag war aufgefallen, dass die Blutreliquie aus der kleinen Kirche San Pietro della Ienca bei L'Aquila in den mittelitalienischen Abruzzen verschwunden war.

Laut Polizei wurde das vom Blut des polnischen Papstes durchtränkte Tuch in der Garage zweier Verdächtiger gefunden. Zuvor hatten die Ermittler bereits die Umhüllung der eigentlichen Reliquie gefunden.

Drei junge Männer haben D'Ercole zufolge den Diebstahl gestanden. Sie hätten den Wert der Beute gar nicht erkannt. Auf der Flucht warfen sie deshalb sowohl die Umhüllung der Reliquie als auch das vom Blut des polnischen Papstes getränkte Stück Stoff nacheinander weg. "Johannes Paul II. hätte ihnen sicherlich vergeben", sagte D'Ercole. "Wir sollten das auch tun."

Das Stück Stoff stammt von einem Mantel des Pontifex. Johannes Paul II. soll Ende April heiliggesprochen werden. Er war ein großer Fan der Abruzzen, wanderte und meditierte dort und kam auch zum Skifahren.

hut/dpa/Reuters



insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
dergog 31.01.2014
1. Pabstblut
Was soll das denn? Wer sammelt den heute noch so etwas? Um wie viel Jahrhunderte rückwärts gewandt ist diese Glaubensgemeinschaft denn eigentlich? Wozu braucht ein aufgeklärter Mensch noch das Blut eines Toten außer zu forensischen Zwecken? Hallo liebe Katholiken, kommt mal im Heute an. Täte uns allen gut.
wauz, 31.01.2014
2. Reliquien
Unabhängig davon, ob man diese Reliquienverehrung nun nachvollziehen kann, oder nicht, was veranlasst diese Jungen eigentlich dazu, in eine Kirche hineinzugehen und dort zu stehlen? Es braucht eigentlich nicht sonderlich viel Hirn dazu, zu begreifen, dass ein solcher Diebstahl eine ganze Menge Leute in ihren Gefühlen verletzt. Von sakralen Gegenständen lässt man einfach die Finger, das gebietet der letzte Rest Anstand. Wenn einer im Supermarkt eine Flasche Schnaps mitgehen lässt, dann ist das Sache für eine "Backpfeife", aber solche Taten gehören wirklich bestraft. Nicht von der Kirche aus, sondern dem Staat. Wem gar nichts heilig ist, was wird der noch anstellen?
gerd33 31.01.2014
3. Hä?
Zitat von wauzUnabhängig davon, ob man diese Reliquienverehrung nun nachvollziehen kann, oder nicht, was veranlasst diese Jungen eigentlich dazu, in eine Kirche hineinzugehen und dort zu stehlen? Es braucht eigentlich nicht sonderlich viel Hirn dazu, zu begreifen, dass ein solcher Diebstahl eine ganze Menge Leute in ihren Gefühlen verletzt. Von sakralen Gegenständen lässt man einfach die Finger, das gebietet der letzte Rest Anstand. Wenn einer im Supermarkt eine Flasche Schnaps mitgehen lässt, dann ist das Sache für eine "Backpfeife", aber solche Taten gehören wirklich bestraft. Nicht von der Kirche aus, sondern dem Staat. Wem gar nichts heilig ist, was wird der noch anstellen?
Wir leben inzwischen im 21. Jhdt. Für Aberglauben, Wunder, etc. sollte da kein Platz mehr sein. Oder hat das Anbeten von Holzpüppchen, blutigen Läppchen oder Knochensplittern schon irgendwem geholfen?
ijf 01.02.2014
4. Kommentar 1 und 3
Was soll diese hochmuetige Herablassung in den Beitraegen? Soll damit Aufgeklaertheit und intellektuelle Ueberlegenheit demonstriert werden? Es handelt sich um eine Religion, eine der ältesten, mit alten Ritualen und Requisiten. Warum fordern Sie nicht gleich, dass der komische Stein in Mekka einer sinnvolleren Verwendung zugefuehrt wird? (Vielleicht als Grundstein eines palaestinensischen Staates...) Oder dass Kirchen, Synagogen, Moscheen, Tempel saekularisiert werden? (Haben sich schon frueher gut als Lagerraeume und Ställe geeignet...) Und wie aufgeklaert sind die hunderttausende, wenn nicht millionen Deutsche, die allwoechentlich um ihren "Hausgott" herumscharwaenzeln, ihn waschen, aussaugen, putzen und polieren? (Ja, genau, auch Auto genannt). Tut es Ihnen persoenlich weh oder schaden, wenn es - auch heute noch - Menschen gibt, die Halt und Trost im Glauben an solche Dinge Papstblut, Ikonen, Reliquien jeder skurrilen Art finden? Denen die doch recht schlichte und schnoerkellose Botschaft ihres Heilands nicht reicht, die sprichwoertlich etwas brauchen, woran sie sich festhalten koennen. Ein Zeichen von Aufgeklaertheit waere, einfach Toleranz zu zeigen. Niemand ist gezwungen, an so etwas zu glauben - und niemand hat das Recht, diesen (Aber)Glauben laecherlich zu machen.
wauz, 01.02.2014
5. Nix kapiert?
Zitat von gerd33Wir leben inzwischen im 21. Jhdt. Für Aberglauben, Wunder, etc. sollte da kein Platz mehr sein. Oder hat das Anbeten von Holzpüppchen, blutigen Läppchen oder Knochensplittern schon irgendwem geholfen?
Katholiken beten keine Reliquien an. Anbetung gebührt nur Gott. Es gibt auch viele Katholiken, die mit dem Rummel um Reliquien nicht viel anzufangen wissen. Darum geht es aber nicht. Es geht um das Sozialverhalten dieser Burschen, die anscheinend keinerlei Respekt vor ihren Mitmenschen haben und bedenkenlos in einer Kirche Gegenstände, die anderen wichtig sind, mitnehmen und zerstören. Die Kirche kann das verkraften, aber für eine Gesellschaft ist es bedenklich, wenn man das achtlos als Lappalie abtut.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.