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Johannes Paul II.: Der eilige Heilige

Foto: GABRIEL BOUYS/ AFP

Dekret des Vatikans Johannes Paul II. wird heiliggesprochen

Der verstorbene Johannes Paul II. wird bald ein "Heiliger" - das hat sein Nach-Nachfolger Papst Franziskus entschieden. Nach Ansicht des Vatikans soll er zwei Wunderheilungen erwirkt haben. Die Zeremonie könnte noch in diesem Jahr durchgeführt werden.

Rom - Die verstorbenen Päpste Johannes Paul II. und Johannes XXIII. sollen heiliggesprochen werden. Dies könne "bis zum Jahresende" geschehen, teilte der Vatikan mit. Papst Franziskus habe das notwendige Dekret unterzeichnet. Die Heiligsprechungen könnten möglicherweise im Oktober erfolgen, wenn das vom zurückgetretenen Papst Benedikt XVI. ausgerufene "Jahr des Glaubens" endet.

Für eine Heiligsprechung müssen Kandidaten in der katholischen Kirche zunächst seliggesprochen werden. Für beide Stufen ist die Anerkennung eines Wunders notwendig. Nach umfangreichen Überprüfungen liegt die endgültige Entscheidung darüber beim Papst.

Die Seligsprechung erlaubt die offizielle Verehrung eines gestorbenen Menschen in einer bestimmten Region, die Heiligsprechung dehnt diese Verehrung auf die gesamte katholische Weltkirche aus.

Johannes Paul II. war im Mai 2011 von seinem Nachfolger Papst Benedikt XVI. seliggesprochen worden. Zuvor war die Heilung einer Nonne von der Parkinson-Krankheit als sein erstes Wunder anerkannt worden. Der äußerst beliebte Papst war am 2. April 2005 im Alter von fast 85 Jahren gestorben. Sein 26-jähriges Pontifikat war das zweitlängste der Kirchengeschichte.

Bereits vor einigen Tagen hatte die Kardinalsversammlung der zuständigen Kongregation des Vatikans Johannes Paul II. ein zweites Wunder zugesprochen. Dabei soll es sich um die Heilung einer Frau aus Costa Rica von einer Gehirnverletzung handeln, die am 1. Mai 2011 stattgefunden hat - dem Tag der Seligsprechung von Johannes Paul II. Dieses Wunder wurde nun offenbar von Franziskus bestätigt.

Johannes XXIII. hatte im Jahr 1962 das Zweite Vatikanische Konzil eröffnet, das als Schritt der Kirche in Richtung Moderne galt. Er starb 1963 und wurde 2000 seliggesprochen. In seinem Fall habe Papst Franziskus auf das üblicherweise nötige zweite Wunder zur Heiligsprechung verzichtet, teilte Vatikansprecher Federico Lombardi mit. Dies geschehe zwar selten, sagte der Sprecher. Bei Johannes XXIII. handle es sich jedoch um einen "speziellen Fall".

hut/dpa/AFP/AP/Reuters
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