Franziskus auf den Philippinen Maschine aus Papst-Konvoi rutscht von Landebahn

Überstürzt musste Papst Franziskus seine Visite auf den Philippinen beenden. Die Wetterbedingungen waren zu schlecht. Ein Flugzeug mit Kabinettsmitgliedern der Regierung geriet auf dem Rollfeld in Gefahr.


Tacloban/Manila - Eigentlich wollte sich Papst Franziskus auf den Philippinen noch persönlich mit Überlebenden des verheerenden Taifuns "Haiyan" treffen - doch dann sorgte ausgerechnet schlechtes Wetter für eine spontane Planänderung. Der Papst feierte zwar bei heftigem Wind und Regen am Samstag am Flughafen der Stadt Tacloban mit Hunderttausenden eine Messe. Allerdings näherte sich Sturm "Mekkhala" so schnell vom Pazifik, dass die Organisatoren eine vorzeitige Abreise anordneten.

Zunächst hatte das Kirchenoberhaupt die Wetterkapriolen noch ignoriert, so gut es ging. So zog Franziskus nach der Ankunft am Morgen wie die Gläubigen einen gelben Plastik-Regenmantel über und ließ sich nicht vom geplanten Ablauf abbringen. Mit dem Papamobil fuhr er durch die Menschenmassen und verzichtete dabei auf einen übertriebenen Wetterschutz.

Franziskus wollte später noch mit Überlebenden des Taifuns zu Mittag essen und Ordensleute treffen. Das Programm musste jedoch abgesagt werden. Hunderttausende Menschen standen trotz des Regens nach der Messe noch an den Straßen, um den Papst zu sehen. Franziskus ließ das geschlossene Auto stehen, das ihn vor dem Regen geschützt hätte, und fuhr im offenen Papamobil an ihnen vorbei.

Fotostrecke

5  Bilder
Papst Franziskus auf den Philippinen: Predigt im Plastikmantel
Die vorzeitige Abreise dürfte eine gute Entscheidung gewesen sein, wie ein Vorfall kurz nach Franziskus' Abflug zeigte. Am Flughafen von Tacloban verunglückte eine Maschine mit Regierungsbeamten, die den Papst in die Stadt begleitet hatten. Der Jet schoss bei strömendem Regen über die Startbahn hinaus und kam erst auf einer Wiese zum Stehen. Es wurde Großalarm ausgelöst, verletzt wurde bei dem Unfall aber offenbar niemand. Ob das Wetter oder ein möglicher Reifenschaden zu dem Vorfall führte, ist noch unklar.

Taifun "Haiyan" war im November 2013 mit sechs Meter hohen Flutwellen über die Zentralphilippinen hereingebrochen. Mehr als 7000 Menschen kamen ums Leben. Die Stadt Tacloban wurde verwüstet.

"Als ich diese Katastrophe damals im Fernsehen sah, habe ich auf der Stelle beschlossen: Da muss ich hin", sagte Franziskus. Der Altar stand während seiner Predigt zwar unter einem Dach, der Schutz vor dem Regen war wegen der starken Windböen aber kaum ausreichend. Neben dem Papst stand ein Kreuz mit einer Jesus-Statue, deren Haare fast davonwehten.

80 der 100 Millionen Philippiner sind meist tiefgläubige Katholiken. Der Bürgermeister von Tacloban schätzte die Zahl der Gläubigen beim Besuch des Papstes auf rund eine Million.

jok/dpa/AP



© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.