Benedikt XVI. in Mexiko Papst verurteilt den Drogenkrieg

Ein Land im Papstrausch: Benedikt XVI. ist in Mexiko eingetroffen, Hunderttausende empfingen ihn auf der ersten Etappe seiner Lateinamerikareise. Ungewöhnlich deutlich verurteilte das Kirchenoberhaupt den Drogenkrieg. In Kuba trifft der Papst nächste Woche auf Fidel Castro.


León - Zehntausende Gläubige haben Papst Benedikt XVI. bei seinem ersten Besuch im katholisch geprägten Mexiko einen begeisterten Empfang bereitet. Zu Beginn seines dreitägigen Aufenthalts säumten mehr als 700.000 Menschen am Freitag die 35 Kilometer lange Strecke durch die zentral gelegene Stadt León, wo das Kirchenoberhaupt von Präsident Felipe Calderón empfangen wurde.

Eines der großen Themen der Reise ist die Gewalt von Drogenbanden, der Tausende Menschen zum Opfer gefallen sind. "Wir müssen alles tun, dieses zerstörerische Böse zu bekämpfen, das sich gegen die Menschheit und die Jugend richtet", sagte Benedikt XVI. auf dem Weg nach Mexiko. "Es ist die Aufgabe der Kirche, das Gewissen zu bilden, zur moralischen Verantwortung anzuhalten und das Böse zu entlarven, die Vergötterung des Geldes zu demaskieren, die den Menschen versklavt, und die falschen Versprechen der Drogen, ihre Lügen und der damit verbundene Betrug."

Der Papst erinnerte bei seiner Ankunft in Mexiko an das Grundrecht auf Religionsfreiheit und forderte die Christen auf, ihren Glauben zu erneuern. Mexiko ist weltweit das Land mit der zweithöchsten Zahl an Katholiken. 84 Prozent der 112 Millionen Mexikaner sind getauft. Allerdings ging die Zahl der praktizierenden Katholiken in den vergangenen Jahren deutlich zurück.

Staatschef Felipe Calderón sagte, der Besuch des Papstes sei eine "Geste der Solidarität mit unserem Volk, die wir nie vergessen werden". Sein Land befinde sich in einer "schwierigen Lage", sagte er mit Blick auf den Drogenkrieg. In den vergangenen fünf Jahren wurden in Mexiko bei Revierkämpfen von Drogenbanden und Auseinandersetzungen mit der Polizei mehr als 50.000 Menschen getötet.

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Papstbesuch: Benedikt XVI. in Mexiko
Der Papst besucht am Wochenende unter strengen Sicherheitsvorkehrungen die drei zentralmexikanischen Städte Silao, León und Guanajuato. Insgesamt sind 5400 Sicherheitskräfte im Einsatz. Ein Abstecher in die Hauptstadt Mexiko-Stadt war wegen deren Höhenlage nicht geplant. Am Samstag hält der Papst eine Privatmesse ab; am Sonntag feiert er dann in León eine große Messe unter freiem Himmel, zu der Hunderttausende Gläubige erwartet werden.

Im Anschluss an seine Mexikoreise wird Benedikt XVI. Kuba besuchen. Es ist der zweite Besuch eines Papstes in dem kommunistischen Inselstaat, seit 1959 Revolutionäre um Fidel Castro die Macht übernahmen. Dort stehen Gottesdienste im südöstlichen Santiago de Cuba und in der Hauptstadt Havanna auf dem Programm. Auch Treffen mit Staatschef Raúl Castro und möglicherweise mit dessen Bruder Fidel Castro sind vorgesehen. In Kuba sind nur zehn Prozent der Bevölkerung Katholiken.

Es ist die 23. Auslandsreise des katholischen Kirchenoberhaupts, aber erst sein zweiter Besuch in Lateinamerika, wo er im Jahr 2007 Brasilien besuchte. Benedikts Vorgänger, Papst Johannes Paul II., war fünfmal in Mexiko.

jbr/AFP/reuters



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joppo 24.03.2012
1. Boss
Zitat von sysopREUTERSEin Land im Papstrausch: Benedikt XVI. ist in Mexiko eingetroffen, Hunderttausende empfingen ihn auf der ersten Etappe seiner Lateinamerikareise. Ungewöhnlich deutlich verurteilte das Kirchenoberhaupt den Drogenkrieg. In Kuba trifft der Papst nächste Woche auf Fidel Castro. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,823443,00.html
Dass ist schon ! Boss des grosten Maffiaorganisation aller zeiten verurteilt den Drogenkrieg.
güti 24.03.2012
2. "… und der Papst ist schuld!" Umgang mit Internetdiskussionen
Zitat von sysopREUTERSEin Land im Papstrausch: Benedikt XVI. ist in Mexiko eingetroffen, Hunderttausende empfingen ihn auf der ersten Etappe seiner Lateinamerikareise. Ungewöhnlich deutlich verurteilte das Kirchenoberhaupt den Drogenkrieg. In Kuba trifft der Papst nächste Woche auf Fidel Castro. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,823443,00.html
KATH.NET - Katholischer Nachrichtendienst (http://kath.net/detail.php?id=35778) Liebes Forum ein interessanter Artikel über den Ablauf von Formusdiskussionen über Papst und Kirche;-)
hgm1 24.03.2012
3. eine beeindruckende Geste
Zitat von sysopREUTERSEin Land im Papstrausch: Benedikt XVI. ist in Mexiko eingetroffen, Hunderttausende empfingen ihn auf der ersten Etappe seiner Lateinamerikareise. Ungewöhnlich deutlich verurteilte das Kirchenoberhaupt den Drogenkrieg. In Kuba trifft der Papst nächste Woche auf Fidel Castro. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,823443,00.html
Also, der Papst macht "buh", die Drogenbosse erschrecken und bekehren sich zum christlichen Leben. Wie war das noch mit der Religion und den Drogen (Opium). Ein Drogenkartell gegen das andere. So albern.
rhodensteiner 24.03.2012
4. deutliche Worte
Zitat von sysopREUTERSEin Land im Papstrausch: Benedikt XVI. ist in Mexiko eingetroffen, Hunderttausende empfingen ihn auf der ersten Etappe seiner Lateinamerikareise. Ungewöhnlich deutlich verurteilte das Kirchenoberhaupt den Drogenkrieg. In Kuba trifft der Papst nächste Woche auf Fidel Castro. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,823443,00.html
Sicher ist der Drogenkrieg den Calderon angezettelt hat schlimm, ein paar deutlichere Worte an den Verursacher wären schön gewesen, wenn der Papst schon die Möglichkeit hat mit diesem Mann zu reden. Außerdem vermisse ich auch einige deutliche Worte zum Kindesmissbrauch der katholischen Kirche. Man kann sich ja vorstellen, wie das in einem Land mit so einer hohen Katholikendichte wie Mexiko aussieht. Das zu ignorieren ist schändlich, Hr. Papst!
güti 24.03.2012
5. @rhodensteiner
Zitat von rhodensteinerSicher ist der Drogenkrieg den Calderon angezettelt hat schlimm, ein paar deutlichere Worte an den Verursacher wären schön gewesen, wenn der Papst schon die Möglichkeit hat mit diesem Mann zu reden. Außerdem vermisse ich auch einige deutliche Worte zum Kindesmissbrauch der katholischen Kirche. Man kann sich ja vorstellen, wie das in einem Land mit so einer hohen Katholikendichte wie Mexiko aussieht. Das zu ignorieren ist schändlich, Hr. Papst!
Stimmt er kommt grad an uns sagt was über Kindesmissbrauch...das wollten alle hören. Dann fährt er zur nächsten Ansprache und sagt etwas über Kindesmissbrauch... und wenn er nicht bei jeder Ansprache ständig was zum Kindesmissbrauch sagt dann ist das schändlich. Rhodensteiner Bildungsniveau = 0
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