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12. März 2013, 12:42 Uhr

Messe im Petersdom

Sodano appelliert an Solidarität der Kardinäle

Die Wahl des neuen Papstes kann beginnen: Die Kardinäle haben das Konklave mit einer Messe im Petersdom eingeleitet. Ihr Dekan Angelo Sodano gab den Wahlberechtigten auch einen kleinen diplomatischen Wink mit auf den Weg.

Rom - Mit einem feierlichen Zeremonie im Petersdom haben die Kardinäle die Papstwahl eingeläutet. In der Sondermesse "Pro eligendo Pontifice" ("Zur Wahl des Pontifex") erbaten die Würdenträger den Beistand des Heiligen Geistes für die Entscheidung über das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche.

Kardinalsdekan Angelo Sodano appellierte an die Solidarität der Kardinäle: "Wir alle müssen mit dem neuen Papst zusammenarbeiten und die Einheit der Kirche aufbauen." Der einflussreiche 85-Jährige darf aus Altersgründen nicht am Konklave teilnehmen. Er gab den Wahlberechtigten einen kleinen diplomatischen Wink mit auf den Weg: Er hoffe, dass Gott der Herr über die Eilfertigkeit der Kardinäle der Kirche "bald" einen neuen Papst schenken werde.

Als Sodano dem "geliebten und verehrten" emeritierten Papst Benedikt XVI. für sein "leuchtendes Pontifikat" dankte, applaudierten die Kardinäle. Einige hundert Gläubige hatten sich trotz heftigen Regens auf dem Petersplatz eingefunden, um die Messe über vier großen Bildschirmen zu verfolgen.

Am Nachmittag um 16.30 Uhr versammeln sich die Kardinäle zu einem Gebet in der Paulskapelle im Vatikan. Anschließend zieht die Prozession der Papstwähler in streng protokollarischer Reihenfolge unter dem Gesang der Allerheiligen-Litanei und des "Veni Creator Spiritus" ("Komm Schöpfer Geist") in die Sixtinische Kapelle ein (verfolgen Sie ab 16 Uhr den Liveticker auf SPIEGEL ONLINE). Dort werden sie in den kommenden Tagen hinter verschlossenen Türen den Nachfolger von Benedikt XVI. wählen.

Der emeritierte Papst will das Konklave von der Sommerresidenz Castel Gandolfo aus im Gebet begleiten. "Er ist mit uns, ruhig, aber zutiefst verbunden und ganz bewusst mit uns allen im Gebet", sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi.

Noch an diesem Dienstag findet ein erster Wahlgang statt - das schon dabei die nötige Zweidrittelmehrheit für einen Kandidaten zustandekommt, gilt aber sehr unwahrscheinlich.

Wie lange das Konklave dauert, hängt davon ab, wann ein Kandidat das notwendige Quorum von 77 Stimmen erreicht. Weißer Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle signalisiert, dass ein neuer Papst gewählt worden ist. Als aussichtsreiche Kandidaten gelten der Mailänder Erzbischof Angelo Scola und der brasilianische Kardinal Odilo Pedro Scherer.

hut/ala/AFP/dpa/reuters

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