Band-Bericht über Terroranschlag "Sehr viele Leute haben sich vor andere gestellt"

Erstmals haben Bandmitglieder der Eagles of Death Metal darüber gesprochen, wie sie den Terrorangriff auf den Pariser Klub Bataclan erlebten. Sie haben Schreckliches beobachtet und schildern nun, wie selbstlos sich viele der Opfer verhielten.

Eagles of Death Metal kurz vor dem Anschlag
AFP

Eagles of Death Metal kurz vor dem Anschlag


Sie wollten einfach nur mit ihren 1500 Fans feiern, doch dann brach der Terror über sie herein: Die US-Rockband Eagles of Death Metal spielte am Abend des 13. November im Pariser Klub Bataclan. Wie nahmen die Bandmitglieder den Überfall wahr, wie überlebten sie die Attacke?

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Heft 48/2015
Wie die Demokratie den Terror abwehren kann

Jesse Hughes und Joshua Homme haben das dem Magazin "Vice" erzählt. Die Täter seien in den Umkleideraum eingedrungen, sagt Hughes in einem vorab veröffentlichten Ausschnitt des Interviews, das in der kommenden Woche gezeigt werden soll. In die Garderobe waren viele Besucher des Konzerts geflüchtet. Die Terroristen hätten fast jeden von ihnen umgebracht, sagte Hughes weiter - bis auf einen Jugendlichen, der sich unter seiner Lederjacke versteckt habe.

"Die Leute haben sich totgestellt, und sie hatten solche Angst", sagt Hughes mit bebender Stimme: "Ein Hauptgrund, warum so viele Menschen getötet wurden, ist, dass so viele ihre Freunde nicht verlassen wollten: Sehr viele Leute haben sich vor andere gestellt."

Bei dem Angriff auf das Bataclan kamen am Freitag vor gut einer Woche 89 Menschen ums Leben, darunter auch der fürs Band-Merchandising verantwortliche Nick Alexander und drei Mitarbeiter des Plattenlabels. Insgesamt töteten die Terroristen an mehreren Orten in Paris 130 Menschen und verletzten mehr als 350 weitere zum Teil schwer. (Lesen Sie hier eine Rekonstruktion des Geschehens in der Terrornacht.)

mxw/AP/Reuters

insgesamt 130 Beiträge
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Seite 1
hevopi 22.11.2015
1. Es sollten jetzt noch
die Folgen für viele betroffene Familien und Freunde im Detail dargestellt werden und auch für jeden Menschen zugänglich im Internet veröffentlicht werden. Wenn junge, irregeleitete Tschihadisten das lesen, können sie sich dem nicht verschließen und vielleicht werden dann diejenigen, die nicht völlig verkalkt sind, sich vom Tschihadismus verabschieden. Unsere Gesellschaft muß endlich zur Kenntnis nehmen, das diese Menschen fest davon überzeugt sind, für ihren Glauben zu kämpfen, auch wenn wir es weder nachvollziehen noch überhaupt verstehen können.
Shelly 22.11.2015
2. Es ist hanebüchener Irrglaube
Zitat von hevopidie Folgen für viele betroffene Familien und Freunde im Detail dargestellt werden und auch für jeden Menschen zugänglich im Internet veröffentlicht werden. Wenn junge, irregeleitete Tschihadisten das lesen, können sie sich dem nicht verschließen und vielleicht werden dann diejenigen, die nicht völlig verkalkt sind, sich vom Tschihadismus verabschieden. Unsere Gesellschaft muß endlich zur Kenntnis nehmen, das diese Menschen fest davon überzeugt sind, für ihren Glauben zu kämpfen, auch wenn wir es weder nachvollziehen noch überhaupt verstehen können.
dass man extremistische Muslime durch Berichte der trauernden Opfer-Familien zum Umdenken bringen könnte. Tut mir leid für die Wortwahl, aber wer immer noch glaubt, mit sentimentalem Sozpäd-Geschwafel irgendeinen dieser verblendeten Verbrecher zurückhalten zu können, den sehe ich inzwischen als mitschuldig an dem an, was noch auf uns zukommen wird, sowohl was den Terror betrifft, wie auch andere negative Einflüsse auf unsere Gesellschaft.
Darjaan 22.11.2015
3.
Zitat von hevopidie Folgen für viele betroffene Familien und Freunde im Detail dargestellt werden und auch für jeden Menschen zugänglich im Internet veröffentlicht werden. Wenn junge, irregeleitete Tschihadisten das lesen, können sie sich dem nicht verschließen und vielleicht werden dann diejenigen, die nicht völlig verkalkt sind, sich vom Tschihadismus verabschieden. Unsere Gesellschaft muß endlich zur Kenntnis nehmen, das diese Menschen fest davon überzeugt sind, für ihren Glauben zu kämpfen, auch wenn wir es weder nachvollziehen noch überhaupt verstehen können.
Oder es passiert das Gegenteil und es fördert den Drang, auch solch ein Massaker anzurichten. Begreift endlich, dass es gegen religiös motivierten Hass kein Mittel gibt, außer den Menschen klar zu machen, dass es nach dem Tod keinen Gott gibt der auf einen wartet. Dann muss man aber alle Religionen verbieten und über Generationen religionslos erziehen. Da das aber nie geschehen wird, wird man sich langfristig nur über eine strikte Trennung von Gesellschaften, die dermaßen unterschiedliche Vorstellungen von der Welt haben, schützen können.
mightyschneider 22.11.2015
4.
Was nun notwendig wäre, ist ein Überlebender des Massakers, der weiterhin eine Masseneinwanderung aus islamisch geprägten Ländern fordert, sowie bestenfalls weiterhin die Installation des politischen Islams in Europa. Unter dem Motto: Islam ist bunt und jetzt erst recht. Das wäre doch mal eine Aufgabe für einen guten Journalisten, so jemanden zu finden. Vielleicht aus Pietätsgründen noch eine Woche warten.
Siggi_Paschulke 22.11.2015
5.
Schussverletzungen, die ueberlebt werden, sind mitnichten ein Loch, das irgendwann wieder zuwaechst...schwere Schussverletzungen fuehren oft zu Amputationen der betroffenen Gliedmaßen. Als Beispiel seien hier einige der Betroffenen des norwegischen Amoklaufs auf Utoya genannt, die sich nach der "Genesung" der Oeffentlichkeit gestellt haben...
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