Veranstaltung nur für schwarze Frauen Pariser Bürgermeisterin wirft Afro-Feministinnen Diskriminierung vor

Schwarze Frauenrechtlerinnen wollen auf einem Festival unter sich bleiben. Für die sozialistische Stadtchefin von Paris ist das ein rassistischer Affront. Weiße würden ausgesperrt, klagt Anne Hidalgo.

Anne Hidalgo (Archiv)
REUTERS

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Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat das Verbot eines afro-feministischen Festivals gefordert, weil ein Teil der Veranstaltungen schwarzen Frauen vorbehalten ist. "Ich verurteile mit Entschlossenheit die Organisation dieser 'für Weiße verbotenen' Veranstaltung in Paris", schrieb die Sozialistin auf Twitter. Sie kündigte an, die Polizei einzuschalten. Außerdem behalte sie sich die Möglichkeit vor, gegen die Initiatoren wegen Diskriminierung vorzugehen.

80 Prozent der Veranstaltungen des für Ende Juli geplanten Nyansapo-Festivals sind nach Angaben auf der Website der Organisatoren schwarzen Frauen vorbehalten. Geplant sind unter anderem Diskussionsrunden zu Themen wie "afro-feministische Theorien", die "Kämpfe der Afros" und die "schwarze Gemeinschaft".

Antirassistische Organisationen kritisierten das: SOS Racisme sprach von einer Provokation, die gegen das Gesetz verstoße. Die Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus schrieb auf Twitter: "Rosa Parks muss sich im Grab umdrehen." Die afroamerikanische Bürgerrechtlerin hatte sich 1955 geweigert, im Bus ihren Sitzplatz für einen Weißen zu räumen.

Die Veranstalter sehen sich als Opfer einer "Fake News"-Kampagne, "koordiniert von der muffigsten extremen Rechten". Sie seien "betrübt zu sehen, dass einige antirassistische Organisationen sich derart manipulieren lassen", hieß es in einer Mitteilung auf der Website des Kulturzentrums "La Générale", wo das Festival stattfindet.

Tatsächlich machen rechtsextreme Internetnutzer schon seit Tagen gegen die Veranstaltung mobil. Der rechtspopulistische Front-National-Politiker Wallerand de Saint-Just hatte Ende vergangener Woche als einer der ersten von einem Festival gesprochen, das für "Weiße verboten" sei.

Die Festivalorganisatoren - das Mwasi-Kollektiv - sprachen von einer von Rechtsextremen orchestrierten "Kampagne der Desinformation". Sie verteidigten ihre Vorgehensweise: Veranstaltungen bestimmten Gruppen vorzubehalten sei eine "klassische Arbeitsmethode, deren Nützlichkeit erwiesen" sei. Sie erleichtere einen offenen Gedankenaustausch. Die für schwarze Frauen reservierten Arbeitsgruppentreffen sollten zusem nicht in dem Kulturzentrum, sondern an einem privaten Ort stattfinden.

apr/dpa/AFP

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