Museumsinsel in Berlin Öffnet das Pergamonmuseum erst 2043 wieder?
Container mit Bauschutt am Pergamonmuseum: Man strebt eine »vermittelnde« Lösung an
Foto: Sebastian Christoph Gollnow / dpaDie vollständige Wiedereröffnung des Pergamonmuseums in Berlin könnte sich bis zum Jahr 2043 hinziehen – sechs Jahre später als der derzeit offiziell angestrebte Termin. Das geht aus internen Unterlagen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz hervor, die dem SPIEGEL vorliegen.
Kaltes Land, große Gefühle
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Grund ist unter anderem eine geplante Fußgängerzone auf der Museumsinsel. Der Bezirk Mitte möchte auf der Bodestraße, die auf die Insel führt, einen solchen Bereich einrichten. Über diese Straße läuft jedoch auch Baustellenverkehr für die Sanierung. Sollte der Bezirk ernst machen, könnte sich die Bauzeit um drei Jahre verlängern, befürchten die Planer. Die Stiftung intervenierte daher beim Bezirk, damit das Verfahren »erst gar nicht auf den Weg gebracht« werde.
Die Fußgängerzone ist dabei nicht die einzige Bedrohung für die planmäßige Wiedereröffnung des Museums: Den Unterlagen zufolge summieren sich die möglichen Verzögerungen auf insgesamt sechs Jahre. Das Bezirksamt bestätigte die Gespräche und teilte dem SPIEGEL mit: »Wir werden ganz sicher nichts tun, das Bauzeitverlängerungen zur Folge hat.« Falls nötig, werde man Ausnahmegenehmigungen erteilen. Die Stiftung teilte mit, man strebe eine »vermittelnde« Lösung an.
Man gehe nicht davon aus, dass der Ernstfall eintrete. Das Projekt läuft seit dem Jahr 2000, eigentlich sollte das Museum schon 2010 wieder eröffnen. Der Bau begann aber erst 2013. Seitdem wurden mehrfach geplante Termine überschritten – zum Teil deutlich. Die geschätzten Kosten haben sich bislang fast vervierfacht – von 385 Millionen Euro auf zuletzt bis zu 1,5 Milliarden Euro. 2027 soll ein Teil des aktuell geschlossenen Museums wieder öffnen.