Pferderettung Wieher stehen zusammen

Nicole Graham unternahm einen Strandritt, als ihr Pferd plötzlich im Schlamm versank. Sie bangte und weinte stundenlang, wich nicht von der Seite des Tieres. Rettungskräfte kamen zu Hilfe - und wurden Zeugen einer ganz besonderen Liebe.


Hamburg - Auf dem Weg zur uralten Morla verliert Atréju sein Pferd Artax, das ihm das liebste auf der Welt war. Artrax versinkt im Moor, es ist eine der traurigsten Szenen in Michael Endes Roman "Die Unendliche Geschichte". So ähnlich wie Atréju erging es auch Nicole Graham: Ihr Pferd Astro wäre fast am Avalon Beach im Südosten Australiens im Schlamm versunken.

Drei Stunden stand die junge Mutter im treibsandähnlichem Matsch. Sie schrie, heulte und streichelte ihr geliebtes Tier. Immer wieder vergrub sie ihren Kopf in der verschmierten Mähne, wich nicht von Astros Seite.

Beim Ausritt am Avalon Beach war Graham samt Pferd eingesunken und nicht mehr in der Lage, das Pferd aus der sandigen Schlammkuhle zu ziehen. Im Gegenteil: Immer tiefer sank das Tier ein. Die Zeit drängte, weil die Flut das Wasser näherkommen ließ. Auch das Pferd von Grahams Tochter war erst im Schlamm steckengeblieben, konnte aber schnell mit Hilfe der Reiterinnen befreit werden. Astros 500-Kilo-Körper aber war zu schwer.

Als alarmierte Rettungskräfte die Unglücksstelle erreichten, atmete Graham auf. Feuerwehrmänner, ein Veterinärteam und ein Bauer, der einen Traktor stellte, waren an der Rettungsaktion beteiligt. Auch ein Helikopter stand schon für den Ernstfall bereit.

Es war ein Wettlauf gegen die Zeit, aber die Rettungskräfte konnten den unter Beruhigungsmittel stehenden Astro letztlich gemeinsam aus der misslichen Lage befreien.

"Ich reite an dem Strand seit über 20 Jahren und nie ist so ein Drama geschehen", sagte die Besitzerin.

nga



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