Arme Läuferin Rheas Fuß geht um die Welt

Rhea Bullos, elf Jahre, hat Talent als Läuferin. Doch weil ihr Team bitterarm ist, muss sie barfuß auf die Aschenbahn. Das könnte sich jetzt endlich ändern - wegen eines rührenden Fotos.
Rhea Bullos: Die Elfjährige hat sich mit Tape präpariert

Rhea Bullos: Die Elfjährige hat sich mit Tape präpariert

Foto: Predirick Valenzuela/ REUTERS

Wenn Rhea Bullos die Aschenbahn betritt, hat sie ihre Füße präpariert. Sorgfältig hat sie mit hautfarbenem Tape jeden einzelnen Zeh umwickelt, dann die Fersen und den Ballen. Schuhe trägt sie selten, denn die Leichtathletikmannschaft der Elfjährigen auf den Philippinen hat nur zwei Paar - für zwölf Kinder.

Rhea trägt ihren selbstgebastelten Fußschutz mit Stil. Sie malte das Logo des Sportartikelherstellers Nike, den sogenannte Swoosh, in Hellblau auf ihren Spann, seinen Name auf die Seite ihres Fußes. Obwohl es barfuß lief, gewann das Mädchen in der vergangenen Woche im Sportstadion von Iloilo auf der Insel Panay drei Goldmedaillen: in Läufen über 400 Meter, 800 Meter und 1500 Meter.

Kurz vor Weihnachten verbreitet sich das Foto von Rhea und ihrem Nike-Nachbau im Internet schnell, immer getaggt: der Name des Unternehmens. Sein Trainer Predirick Valenzuela sagte, das Mädchen habe erst vor einem Monat mit Leichtathletik begonnen und schon viel Talent gezeigt.

"Drei Medaillen in einem Wettbewerb zu gewinnen, ist schwierig, aber sie hat es geschafft", sagte er. Sportschuhe könnten wichtig für ihre Zukunft sein. Der Traum aller Sportler seien Spike-Schuhe. "Nicht unbedingt von Nike, solange sie gute Schuhe haben, um in Wettkämpfe zu gehen."

Per Twitter zeigen sich viele berührt: "Dieses Mädchen ist wirklich eine Inspiration und hat mein Herz erwärmt", schreibt ein Nutzer, "Go Girl!" Ein anderer: "An jene, die helfen wollen: Checkt die beiden anderen Mitschülerinnen."

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Rhea Bullos und ihr Team haben inzwischen Hilfsangebote von bekannten Sportlern und Privatpersonen, die Schuhe sponsern wollen, berichtet der philippinische "Daily Guardian".  Seit vielen Jahre würden die Sportler mit getapeten Füßen barfuß bei Wettbewerben laufen, sagte der Lehrer und Trainer Benedicto Prasas der Zeitung.

Einer der Co-Coaches des Jungenteams sei irgendwann auf die Idee gekommen, aus Spaß das Nike-Logo auf die Klebestreifen zu malen. Der selbstgemachte Fußschutz könnte ein Glücksbringer sein, sagt Prasas, denn seit 2006 würde das Team immer bei den Wettbewerben der Schulen gewinnen. Bestimmt auch bald mit geeigneten Schuhen an den Füßen.

abl/Reuters
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