Auf Druck von Aktivisten Philippinen erhöhen Mindestalter für Sex auf 16 Jahre

Auf den Philippinen war Sex lange Zeit ab 12 Jahren erlaubt – eine der niedrigsten Altershürden weltweit. Nun hat das Land die Schwelle angehoben. Allerdings gibt es bei der Neuregelung eine Einschränkung.
Philippinischer Präsident Duterte bei einer Ansprache im Juli 2021

Philippinischer Präsident Duterte bei einer Ansprache im Juli 2021

Foto: LISA MARIE DAVID / REUTERS

Kinder- und Frauenrechtsaktivisten haben auf den Philippinen nach jahrelangen Kampagnen einen Erfolg errungen. Nachdem Präsident Rodrigo Duterte ein entsprechendes Gesetz bereits am Freitag unterzeichnet hatte, ist seit Montag Sex mit Menschen unter 16 Jahren grundsätzlich illegal und kann mit Gefängnisstrafen bis zu 40 Jahren bestraft werden.

Das hauptsächlich katholische Land hatte bisher eines der niedrigsten Mindestalter für einvernehmlichen Sex – es lag bei zwölf Jahren.

Auf den Philippinen war Erwachsenen Geschlechtsverkehr mit zwölfjährigen Kindern erlaubt, wenn diese vorher eingewilligt hätten. Da das Einverständnis schwer zu überprüfen ist, waren Kinder laut Aktivisten Vergewaltigung und Missbrauch oft schutzlos ausgeliefert. Das neue Gesetz bezieht sich nun gleichermaßen auf Mädchen und Jungen.

Neues Gesetz sieht Ausnahme vor

In dem nun veröffentlichten Gesetz gibt es allerdings eine Ausnahme vom neuen Mindestalter, sie gilt für Teenagerpaare: Solange ihr Altersunterschied nicht höher als drei Jahre ist und beide dem Sex zustimmen, soll dieser auch bei unter 16-Jährigen nicht strafbar sein.

Eine von der Regierung gestützte und 2015 veröffentlichte Studie ergab, dass auf den Philippinen jedes fünfte Kind zwischen 13 und 17 Jahren Opfer sexueller Gewalt wurde. Eins von 25 Kindern gab an, bereits vergewaltigt worden zu sein. Offiziellen Zahlen zufolge bringen auf den Philippinen jeden Tag rund 500 Mädchen zwischen zehn und 19 Jahren ein Kind zur Welt. Im weltweiten Datennetz sind die von Armut geplagten Philippinen zudem einer der weltweiten Hotspots für Online-Kindesmissbrauch geworden.

Josalee Deinla, Sprecherin der Menschenrechts- und Rechtshilfeorganisation National Union of People's Lawyers, begrüßte das Gesetz laut der Nachrichtenagentur Reuters. Der Abgeordnete Lawrence Fortun, der sich laut Reuters besonders für die Neuregelung starkgemacht hatte, sprach von einem »großen Schritt nach vorn«.

Anmerkung der Redaktion: In der ursprünglichen Version hieß es, das Mindestalter für einvernehmlichen sexuellen Kontakt liege in Nigeria mit elf Jahren noch niedriger als auf den Philippinen. Das ist falsch, das Mindestalter für einvernehmlichen sexuellen Kontakt liegt in Nigeria bei 18 Jahren.

fek/AFP/Reuters
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