Piraten vor Somalia Entführer von Supertanker fordern 25 Millionen Dollar Lösegeld

Die Lösegeldforderungen sind weit niedriger als erwartet: Die Entführer des vor der Küste Somalias gekaperten Supertankers "Sirius Star" sollen von dessen Besitzern angeblich 25 Millionen Dollar gefordert haben.


Nairobi - "Die Saudis haben zehn Tage Zeit, sonst greifen wir zu Maßnahmen, die katastrophal sein könnten", sagte einer der Piraten auf dem Schiff am Donnerstag telefonisch der Nachrichtenagentur AFP. "Lange Diskussionen zur Regelung der Angelegenheit" würden nicht akzeptiert.

In der Hand somalischer Piraten: Der Supertanker "Sirius Star"
DPA

In der Hand somalischer Piraten: Der Supertanker "Sirius Star"

Die Entführung des saudiarabischen Tankers hatte große Besorgnis ausgelöst. Das Schiff war mit Rohöl im Wert von 100 Millionen Dollar an Bord am Samstag gekapert worden. Die "Sirius Star" ist 330 Meter lang und so groß wie drei Fußballfelder - das größte Schiff, dass je in die Hand von Piraten geriet.

An Bord befinden sich 25 Besatzungsmitglieder. Die Piraten sollen das Schiff inzwischen nach Somalia gebracht haben, wo es im Hafen von Haradheere vor Anker liegen soll. Die "Sirius Star" war im Auftrag der Reederei Vela International unterwegs, einer Tochter des saudiarabischen Konzerns Aramco.

Die saudiarabische Regierung hatte bestätigt, dass die Reederei mit den Kidnappern in Verhandlungen stehe. Der arabische Fernsehsender Al-Dschasira zitierte am Mittwoch einen Mann, der eigenen Angaben zufolge zu den schwer bewaffneten Seeräubern gehört.

Er habe gesagt, komme es zu einer Geldübergabe für die "Sirius Star", werde das Geld "maschinell nachgezählt". "Wir haben die notwendige Ausrüstung, um Falschgeld zu erkennen." Ein somalischer Radiosender hatte am Donnerstag von einer Forderung der Piraten in Höhe von 250 Millionen Dollar gesprochen.

Der britische Außenminister David Miliband hat sich vehement gegen eine Zahlung von Lösegeld für die "Sirius Star" ausgesprochen. Dadurch würden Piraten nur zu weiteren Überfällen ermutigt, sagte Miliband am Donnerstag in London. Unter den Entführten befinden sich auch zwei britische Geiseln.

"Es ist sehr wichtig, dass die internationale Gemeinschaft standhaft gegenüber der Plage von Geiselnahmen bleibt, egal ob es sich um Geiselnahmen auf Schiffen oder in Flugzeugen handelt." Am Golf von Aden gebe es ein grundlegendes Problem. Daher sei es richtig, europäische Marinekräfte dorthin zu entsenden.

ala/AFP



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