Polizeigewalt gegen Afroamerikaner Baltimore will Freddie Grays Familie mit 6,4 Millionen Dollar entschädigen

In Polizeigewahrsam verletzte sich Freddie Gray am Rücken, eine Woche später starb er: Obwohl die Justiz in dem Fall noch gegen sechs Polizisten ermittelt, hat die Stadtverwaltung bereits eine Entschädigungssumme genannt.

Entschädigung statt Zivilklage? Demonstranten fordern Anfang September vor einem Gerichtsgebäude in Baltimore Gerechtigkeit
AFP

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Fünf Monate nach dem Tod des jungen Afroamerikaners Freddie Gray in Polizeigewahrsam hat sich die Stadt Baltimore mit den Angehörigen auf eine millionenschwere Entschädigung geeinigt. 6,4 Millionen Dollar sollen über einen Zeitraum von zwei Jahren ausgezahlt werden, wie die Stadtverwaltung auf ihrer Homepage mitteilte.

Gray hatte im April nach seiner Festnahme schwere Rückenverletzungen in Polizeigewahrsam erlitten, war ins Koma gefallen und eine Woche später gestorben. Warum Gray damals festgenommen worden war, ist immer noch unklar. Gegen sechs Polizisten, darunter auch Schwarze, laufen Strafverfahren. Ihnen wird unter anderem Mord vorgeworfen. Nach Grays Beerdigung im Frühjahr hatten sich in Baltimore meist jugendliche Afroamerikaner Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Die Nationalgarde patrouillierte daraufhin gemeinsam mit Bereitschaftspolizisten durch die Straßen.

Der mit Grays Angehörigen geschlossene Vergleich soll laut Stadtverwaltung die Frage nach einer zivilrechtlichen Klage beilegen. Der städtische Finanzausschuss müsse der Vereinbarung noch zustimmen. Die Entscheidung fälle zudem kein Urteil über die Schuld oder Unschuld der angeklagten Polizisten, machte Baltimores Bürgermeisterin Stephanie Rawlings-Blake deutlich: Die Einigung mit der Familie sei "im besten Interesse der Stadt" getroffen worden, um einen noch kostspieligeren Zivilprozess zu vermeiden.

apr/dpa/AFP



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