Demonstration gegen Polizeigewalt New Yorker Bürgermeister mahnt zur Protestpause

Nach den Polizistenmorden hat New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio die protestierenden Bürger zur Ruhe aufgefordert: "Unser Fokus muss auf den betroffenen Familien liegen." Derweil sorgt ein Fall aus Milwaukee für neuen Unmut.

Proteste am Tatort in Brooklyn: Bürgermeister de Blasio ruft zur Protestpause auf
REUTERS

Proteste am Tatort in Brooklyn: Bürgermeister de Blasio ruft zur Protestpause auf


New York - Nach den tödlichen Schüssen auf zwei New Yorker Polizisten hat Bürgermeister Bill de Blasio zu einer Aussetzung der Demonstrationen gegen Polizeigewalt aufgerufen. Diese sollten solange ruhen, bis die zwei im Bezirk Brooklyn erschossenen Beamten beigesetzt seien, so der Demokrat. "Dies ist ein schwerer Moment. Unser Fokus muss auf den betroffenen Familien liegen."

Nach Angaben der Polizei war der mutmaßliche Täter bei einer der Demonstrationen in der Stadt zugegen. Der 28-Jährige sei aber wohl eher Zuschauer als Teilnehmer gewesen, sagte der leitende Ermittler Robert Boyce. Dies ergab demnach die Untersuchung der Handyvideos des Mannes.

Der Afroamerikaner hatte am Samstag aus nächster Nähe auf zwei Polizisten in einem Streifenwagen geschossen. Den Ermittlern zufolge hinterließ er zuvor in sozialen Netzwerken Drohungen gegen die Polizei und äußerte sich wütend über die Tode der beiden Schwarzen Eric Garner und Michael Brown: Garner wurde von einem weißen Polizisten gewürgt, Brown erschossen. Die beiden Fälle - einer davon in New York - hatten in den USA Proteste gegen ein zu hartes Vorgehen der Polizei nach sich gezogen.

Die Morde vom Wochenende haben die Kluft zwischen dem Bürgermeister und der Polizei vertieft. Viele Beamte halten de Blasio etwa vor, sich nicht hinter die Polizei gestellt zu haben, als es bei den Protesten zu Handgemengen kam.

Neuer Fall in Milwaukee

Unterdessen rückt ein Fall aus Milwaukee in den Fokus. Im April hatte dort ein weißer Polizist einen geistig behinderten Schwarzen nach eigener Aussage in Notwehr erschossen. Am Montag (Ortszeit) wurde nun bekannt, dass der Beamte keine Anklage befürchten muss. Der Einsatz von Gewalt sei gerechtfertigt gewesen, sagte der zuständige Bezirksstaatsanwalt.

Die Familie des Getöteten reagierte bitter enttäuscht, mahnte jedoch zu friedlichen Protesten. Am Abend versammelten sich Dutzende Demonstranten in dem Park, in dem der Afroamerikaner erschossen worden war.

Stunden nach der Bekanntgabe der örtlichen Strafermittlungsbehörde meldete sich allerdings der US-Staatsanwalt James Santelle. Er werde zusammen mit dem Justizministerium und dem FBI den Fall überprüfen.

gam/dpa/AP

insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
die_bittere_wahrheit 23.12.2014
1.
Was ist eigentlich mit dem Vorfall in Utah aus dem Herbst diesen Jahres? Davon liest man hier leider gar nichts!
Promethium 23.12.2014
2.
Der in Utah erschossene Darrien Hunt war mit einem über einen Meter langen Samurai- Schwert auf die Polizisten los gegangen. Der in Milwaukee Getötete hat einem Polizisten den Schlagstock entwendet und damit auf den Polizisten eingeschlagen. Die Hauptursache für diese Vorfälle dürfte Crack sein. Die billige aber gefährliche Droge Crack wurde anfang der 80er in den weniger wohlhabenden Stadtteilen der US-Großstädte populär. Stichwort "Crack Epedemie". Aber Crack macht nicht nur die Konsumenten hochaggressiv sondern auch die Kinder von Crack abhängigen Frauen sind oft stark verhaltensgestört. Stichwort "Crack Babys". Mittlerweile sind von diesen stark verhaltensgestörten Kindern natürlich auch einige zu Jugendlichen bzw. Erwachsenen geworden. Und heute sind diese oft unberechenbaren und hochaggressiven Menschen ein Problem für die Polizei, die darauf mit härteren Polizeimethoden reagiert hat. In Europa gab es keine Crack Epedemie weswegen hier das Verständnis für die Zustände in den USA fehlt Die meisten dieser Vorfälle bei denen Polizisten zur Waffe griffen passieren in Stadtteilen mit hoher Kriminalität. Der 12 Jährige Tamir Rice wurde z.B. wahrscheinlich für ein Mitglied der äusserst brutalen Jugendgang BBE 900 gehalten. Dieser Jugendgang, deren jüngste Mitglieder 13 Jahre alt sind, werden Verbrechen bis zu Mord vorgeworfen. Genau dort beim Cudell Rec Center wo Tamir Rice später mit einer echt aussehenden Spielzeugwaffe herumfuchtelte, hatte die BBE 900 im Juli ein Mädchen und ihren Bruder überfallen. Einfach nach BBE 900 und Cudell suchen, dann findet man die Zusammenhänge schon. Auf Youtube gibt es Videos der BBE 900 in denen man das jugendliche Alter der Mitglieder sehen kann.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.