Debatte über Polizeigewalt Neues Video schockiert Frankreich

Ein Video zeigt offenbar drei Polizisten, die in Paris auf einen Musikproduzenten einprügeln. Es ist der zweite Vorfall dieser Art innerhalb einer Woche, der ein neues Sicherheitsgesetz infrage stellt.
Musikproduzent Michel in Paris

Musikproduzent Michel in Paris

Foto: Thibault Camus / dpa

In Frankreich hat ein neues Video eine Debatte über Polizeigewalt angeheizt. Das Magazin »Loopsider« veröffentlichte Aufnahmen , auf denen zu sehen sein soll, wie drei Polizisten massiv auf einen Mann einprügeln.

Der Vorfall soll sich am Samstag in Paris ereignet haben. Nach Angaben von »Loopsider« war der schwarze Musikproduzent Michel auf der Straße ohne die in Paris vorgeschriebene Corona-Schutzmaske unterwegs. Als er ein Polizeiauto sah, sei er schnell in das Produktionsstudio gegangen, sagte der Produzent dem Magazin.

Die Aufnahmen der Überwachungskamera im Studio sollen nun zeigen, wie die drei Polizisten dem Mann folgen und ihn durch die Tür drängen. Es ist zu sehen, wie sie mehrere Minuten lang im Eingang des Studios auf Michel einprügeln.

Dieser gibt an, mehrfach von den Polizisten rassistisch beleidigt worden zu sein und um Hilfe gerufen zu haben. »Ich habe nicht verstanden, was passiert«, sagte Michel »Loopsider«. Er habe sich gefragt, ob es sich überhaupt um echte Polizisten gehandelt habe. Michel schaffte es schließlich, Musiker im Studiokeller zu alarmieren.

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Spätere Bilder zeigen den Produzenten mit massiven Verletzungen. Die Polizisten gaben »Loopsider« zufolge an, Michel habe Widerstand geleistet und sei gewalttätig gewesen.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtet, dass Frédéric Veaux, Chef der Nationalpolizei, die drei Beamten bereits vorläufig des Dienstes enthoben habe. Zuvor hatte schon Innenminister Gérald Darmanin eine Suspendierung gefordert.

Bereits das zweite Video innerhalb weniger Tage

Der Vorfall ereignete sich inmitten einer Debatte über ein neues Gesetz, das Videoaufnahmen von Polizeieinsätzen einschränken soll. Das Unterhaus des Parlaments hat den Entwurf bereits angenommen, nun muss der Senat darüber abstimmen. Erst zu Beginn der Woche hatten Videos einer brutalen Räumung eines Migrantencamps in Paris für Bestürzung gesorgt.

bah/dpa/AFP
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