Vorfall in Kampen Staatsschutz ermittelt nach Sylt-Video mit rassistischen Parolen
Nachtklub »Pony« in Kampen auf Sylt
Foto: Axel Heimken / picture alliance / dpaDie Polizei prüft ein Video mit ausländerfeindlichen Gesängen, die offenbar Gäste einer Sylter Bar von sich gegeben haben.
Der Clip sei den Beamten am späten Donnerstagabend zugespielt worden, heißt es in einer Mitteilung . Ein Sprecher der Flensburger Polizei sagte dem SPIEGEL, man gehe davon aus, dass er echt sei, prüfe das aber weiterhin. Der Staatsschutz ermittle wegen Volksverhetzung und des Verwendens verfassungsfeindlicher Kennzeichen.
Der Vorfall habe sich nach ersten Erkenntnissen am Pfingstwochenende ereignet. Man ermittle gegen die Personen, die auf dem Video zu sehen seien. Ersten Hinweisen auf die Beteiligten gehe man bereits nach.
Das Video wird in den sozialen Medien vielfach geteilt. In der nur wenige Sekunden langen Aufnahme grölen junge Männer und Frauen zur Melodie des Partyhits »L’amour toujours« von Gigi D’Agostino »Deutschland den Deutschen, Ausländer raus«. Ein Mann deutet offenbar mit seinen Fingern auf der Oberlippe einen Hitlerbart an und reckt die rechte Hand in die Luft. Die Polizei erklärte, man gehe dem Verdacht nach, dass er einen Hitlergruß zeige.
Die SPD-Fraktion im Landtag von Schleswig-Holstein will den Fall in den Innen- und Rechtsausschuss bringen. Man werde für die kommende Sitzung einen Berichtsantrag stellen, sagte der Sprecher der SPD-Fraktion für innere Sicherheit, Niclas Dürbrook. »Solche Parolen haben in Schleswig-Holstein nichts verloren. Man braucht nicht allzu viel Empathie, um nachvollziehen zu können, welche Wirkung solche Aktionen auf Menschen mit Migrationshintergrund haben können.«
Die Szene spielte sich im Außenbereich der Promi-Pinte »Pony« in Kampen auf Sylt ab. Laut »Bild«-Zeitung kostete der Eintritt an Pfingsten 150 Euro ohne Getränke.
Die Betreiber der Bar nahmen auf Instagram zu dem Video Stellung: »Liebe Freunde, auch wir haben gerade den Post gesehen und sind tief schockiert«. Im »Pony« sei »jeder Gast, unabhängig von der Ethnie«, herzlich willkommen. »Hätten wir von diesem Vorfall gewusst, hätten wir die betreffenden Gäste selbstverständlich des Hauses verwiesen. Es gibt keinen Platz für Rassismus!!!«
Eine Stunde später ergänzte das Lokal die Story um eine weitere Kachel. Dort heißt es: »Vielen Dank an euch! Uns wurden die Namen von diesen Nazis zugespielt. Wir werden dieses widerliche Verhalten anzeigen und alle strafrechtlichen Möglichkeiten nutzen!!!«