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Papst mit Kerzen in Fátima empfangen: Heiliger Schein

Foto: OSSERVATORE ROMANO/ REUTERS

Fátima-Reise Oberhirte spricht Hirtenkinder heilig

Hunderttausende hielten Nachtwache, nun hat Papst Franziskus bei seinem Besuch in Portugal zwei Hirtenkinder heiliggesprochen. In dem kleinen Wallfahrtsort Fátima soll ihnen vor 100 Jahren Maria erschienen sein.

Papst Franziskus hat im portugiesischen Fátima zwei Hirtenkinder heiliggesprochen, denen 1917 nach katholischem Glauben sechs Monate lang jeweils am 13. des Monats die Jungfrau Maria erschienen ist. "Danke, Brüder und Schwestern, dass ihr mich begleitet habt", sagte das 80-jährige Oberhaupt der katholischen Kirche.

Eine in weiß gekleidete Figur soll den Geschwistern der Überlieferung zufolge vor 100 Jahren drei Prophezeiungen gemacht haben, die als "Drei Geheimnisse von Fátima" bekannt wurden. Im Gottesdienst berichtete der Papst, wie die Kinder die Marienerscheinungen erlebt hätten. Die kleine Jacinta habe nicht an sich halten können und ihrer Mutter erzählt, die Gottesmutter gesehen zu haben.

Vor der Messe zum 100. Jahrestag war der Papst auf dem Platz vor dem Heiligtum am Freitag unter dem Jubel Hunderttausender Pilger in dem Wallfahrtsort empfangen worden. In seinem Papamobil fuhr er an rund 400.000 Gläubigen vorbei, die sich auf dem riesigen Kirchenvorplatz versammelt hatten. "Hoch lebe der Papst, hoch lebe der Papst", sangen zahlreiche Menschen. An der Erscheinungskapelle hielt er lange im Gebet inne, dann wandte er sich mit einer Ansprache auf Portugiesisch an die Gläubigen. Viele Pilger hielten Kerzen in den Händen.

Der Papst würdigte die Gottesmutter Maria: Sie sei kein Heiligenbild, "an das man sich wendet, um kostengünstig Gefallen zu bekommen", mahnte er vor der Heiligsprechung. "Als eine um die Nöte ihrer Kinder besorgte Mutter ist Maria hier mit einer Botschaft des Trostes und der Hoffnung für die sich im Krieg befindende Menschheit und die leidende Kirche erschienen."

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Papst mit Kerzen in Fátima empfangen: Heiliger Schein

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Francisco und Jacinta, die als erste Kinder, die nicht Märtyrer waren, heiliggesprochen werden sollen, starben nur wenige Jahre - 1919 und 1920 - nach der Erscheinung. Francisco wurde zehn Jahre alt, Jacinta neun. Papst Johannes Paul II. hatte die Geschwister 2000 seliggesprochen, ihre Cousine Lúcia dos Santos wurde später Nonne und starb 2005 im Alter von 97 Jahren. Ihre Heiligsprechung wird noch geprüft.

Franziskus ist der vierte Papst, der Fátima besucht: 1967 war Paul VI., 1982, 1991 und 2000 Johannes Paul II. und 2010 Benedikt XVI. in dem Ort.

apr/dpa/AFP