Ex-Palastreporter Diana soll königliches Telefonbuch an Presse gegeben haben

Prinzessin Diana soll während ihrer Ehekrise mit Prinz Charles ein internes Telefonregister an die Boulevardpresse gegeben haben. Ein Ex-"News of the World"-Reporter behauptet, er habe die Informationen an seine Dienstadresse geliefert bekommen.

DPA

London - Er habe die Informationen in einem Umschlag in die Redaktion geliefert bekommen und nichts dafür bezahlt: Von Prinzessin Diana soll der frühere Klatschreporter Clive Goodman Telefonnummern von Königshaus-Mitgliedern erhalten haben. Lady Di habe diese während ihrer Ehekrise mit dem britischen Thronfolger Prinz Charles weitergegeben.

Das sogenannte Green Book mit Kontaktangaben zum Personal des Königshauses sei 1992 an seine Dienstadresse bei der Zeitung "News of the World" geschickt worden, sagte Goodman, am Donnerstag vor dem Londoner Gericht Old Bailey. Er ist im Prozess um abgehörte Telefone und illegale Recherchemethoden bei der "News of the World" angeklagt.

"Sie machte eine sehr, sehr schwere Zeit durch", sagte Goodman in dem seit Oktober laufenden Prozess, in dem es um die Abhörpraktiken des inzwischen eingestellten Boulevard-Blattes geht.

Diana habe nach einem "Verbündeten" gesucht

Goodman war bereits 2007 zu vier Monaten Haft verurteilt worden, weil er Telefone von Mitarbeitern des britischen Königshauses angezapft hatte. Die derzeitige Anklage wirft ihm unter anderem vor, Polizisten bezahlt zu haben, um an Telefonnummern heranzukommen. Er streitet das ab. Am Donnerstag wurde er erstmals im Prozess zu den Vorwürfen befragt.

Dem Gericht sagte Goodman, Diana habe nach einem "Verbündeten" in der Presse gesucht, um sich gegen Charles durchzusetzen. Diana habe zu mehreren Journalisten ein gutes Verhältnis gehabt, behauptete Goodman.

Diana und Charles waren 1996 nach einem - unter anderem in den Medien ausgetragenen - Rosenkrieg geschieden worden. Getrennt hatten sie sich bereits 1992 nach elf Jahren Ehe. Die Prinzessin starb 1997 bei einem Autounfall in Paris, als sie von Paparazzi verfolgt wurde.

Goodman erklärte, wie er Telefonnummern unter anderem von Mitarbeitern des Königshauses genutzt habe, um an Infos heranzukommen. So habe er einen der Kontakte in der Nacht von Dianas Tod angerufen, nachdem er von der Presseabteilung des Palastes keine Informationen bekommen habe. Er hatte von 1986 bis zu seiner Verurteilung und Entlassung 2007 für die "News of the World" gearbeitet.

kha/dpa/AFP



insgesamt 2 Beiträge
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jonas4711 14.03.2014
1. Das ist endlich mal wieder
ein Beitrag von SPON den die Welt dringend braucht und bisher vermißt hat. Ohne solche weltbewegenden Mitteilungen wären die Welt, Tante Ernas und Lieschen Müller's Weltbild viel ärmer....
sok1950 14.03.2014
2. schon wichtig, wie Frauen wirklich ticken...
Sie brauchte "Verbündete" um sich "gegen Charles durchzusetzen"? Anstatt sich in ein Stadt- oder Landschloss zurückzuziehen, einer geregelten Arbeit nachzugehen und Prinzessin Prinzessin bleiben zu lassen, musste es ein Krieg gegen Charles sein.
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