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Propalästina-Demo in Berlin Demonstrant versucht, an Dienstwaffe von Polizist zu kommen

Versuchte Gefangenenbefreiung, Angriffe auf Journalisten, verbotene Parolen – eine propalästinensische Demonstration in Berlin ist am Samstag eskaliert.
Protest gegen Waffenlieferungen an Israel: Ein junger Mann ruft in die Menschenmenge

Protest gegen Waffenlieferungen an Israel: Ein junger Mann ruft in die Menschenmenge

Foto: Christophe Gateau / dpa

Die Berliner Polizei hat nach einer propalästinensischen Demonstration am Samstagnachmittag 36 Strafermittlungsverfahren eingeleitet. Grund seien Volksverhetzung, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen, tätlicher Angriff und Widerstand gegen Beamte sowie der Versuch des schweren Diebstahls von Schusswaffen.

Insgesamt habe es 136 freiheitsbeschränkende Maßnahmen wie Platzverweise gegeben, teilte die Polizei mit. Bereits während eines Redebeitrags zu Beginn sei eine verbotene Parole ausgerufen worden, mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten derartige Äußerungen und polizeifeindliche Parolen auch während des Aufzugs skandiert.

Ein Vertreter der Presse sei beleidigt, ein weiterer angegriffen worden, teilte die Polizei mit. Auch Polizeikräfte seien angegriffen und mit Flaschen beworfen worden, Teilnehmer hätten versucht, Festgenommene zu befreien. Insgesamt wurden nach Angaben der Polizei acht Einsatzkräfte verletzt.

95 Personen seien wegen des andauernden Skandierens einer verbotenen Parole ausgeschlossen worden. Die Demonstration, die vom Platz der Luftbrücke bis zum Oranienplatz gehen sollte, wurde an der Gneisenaustraße/Baerwaldstraße gegen 17.20 Uhr vorzeitig beendet.

Einige Teilnehmer, die der Aufforderung, den Ort zu verlassen, nicht nachkamen, seien durch Schieben und Drücken zum Gehen bewegt worden, teilte die Polizei mit. Später seien einige Menschen zurückgekehrt, von denen einer versucht habe, an die Dienstwaffe eines Beamten zu gelangen.

An der Demo nahmen etwa 720 Menschen teil, sie demonstrierten für Solidarität mit Palästina und ein Ende von Waffenlieferungen an Israel.

jae/dpa/AFP