Protest Halbnackte Schwedinnen kämpfen gegen Bikini-Pflicht

Für sie ist es ein Verstoß gegen die Gleichberechtigung: Weil sie im Schwimmbad aufgefordert wurden, ihren Busen zu bedecken, haben zwei Frauen aus Uppsala eine Protestwelle losgetreten. Jetzt demonstrieren landesweit Dutzende barbusiger Damen gegen die Badeanzugpflicht.

Stockholm - Selbstverständlich "oben ohne" gingen etwa 40 Mitstreiterinnen der Gruppe "Bara Bröst" - zu Deutsch "Nackte Brüste" - in mindestens drei schwedischen Städten auf die Barrikaden. Sie fordern eine Aufhebung der Badeanzug- und Bikini-Pflicht in öffentlichen Schwimmbädern und reichten beim Ombudsmann für Gleichberechtigung Beschwerde ein.

Dass Männer lediglich mit einer Badehose bekleidet schwimmen dürften, Frauen aber ihren Oberkörper bedecken müssten, sei "ein konkretes Beispiel dafür, dass Frauen weniger Rechte haben als Männer", erklärte Sanna Ferm, eine der Gründerinnen der Aktivisten-Gruppe. Ziel der Kampagne sei es, eine Diskussion darüber zu entfachen, "warum die Körper von Frauen sexualisiert werden", sagte Ferm gestern.

Auslöser für die Protestbewegung war die Aufforderung an zwei Frauen in einem öffentlichen Schwimmbad in Uppsala, sich entweder zu bedecken oder das Becken zu verlassen. Die Leiterin des Bades, Inger Groteblad, begründete die Regelung mit Sicherheitsbedenken. Man wolle damit verhindern, dass Mädchen Opfer sexueller Belästigung würden, wurde Groteblad in der Zeitung "Aftonbladet" zitiert.

Der Verband Schwedischer Bademeister weigerte sich, an einer Fernsehdebatte mit den Feministinnen teilzunehmen. Oberbademeister Bengt Nielsen in der Malmöer Kockums-Schwimmhalle sagte in "Kvällsposten": "In meinen 30 Jahren hier war das nie ein Problem. Aber wenn der Ombudsmann meint, die Frauen können oben ohne baden, werden wir uns einfach danach richten."

ala/AP/dpa

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