Protest von Gefangenen 400 Häftlinge in Kirgisien nähen sich den Mund zu

Weil die Bedingungen in den Haftanstalten nicht mehr auszuhalten seien, haben sich rund 400 Gefangene im mittelasiatischen Kirgisien den Mund zusammengenäht. Zuvor waren fast tausend Häftlinge in den Hungerstreik getreten. Die Lage in den Gefängnissen des Landes eskaliert.


Bischkek/Moskau - Mehr als 400 Gefängnisinsassen in Kirgisien haben sich aus Protest gegen die Haftbedingungen ihren Mund zugenäht. Sie könnten nun lediglich Flüssigkeiten zu sich nehmen, sagte die Sprecherin der Gefängnisaufsichtsbehörde, Eleonora Scherschenalijewa.

Die Proteste in den Haftanstalten der Hauptstadt Bischkek nahmen Mitte Januar ihren Anfang, als die Gefängnisaufsicht strengere Regeln durchsetzte. Den Angaben zufolge wurden dabei bei Durchsuchungen Drogen und Waffen beschlagnahmt. Kirgisische Gefängnisse gelten als notorisch überfüllt, Krankheiten grassieren. Hunderte Häftlinge befinden sich derzeit im Hungerstreik.

"Das Problem muss dringend gelöst werden", forderte der Ombudsmann der Ex-Sowjetrepublik, Tursunbek Akun, am Dienstag nach Angaben der Agentur Akipress. Bei Unruhen in der Haftanstalt war vor kurzem ein Gefangener ums Leben gekommen, mindestens 30 waren verletzt worden.

nga/dpa



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