Prüfbericht Limburg weist Spekulationen über Auflösung des Bistums zurück

Tebartz-van Elst unschuldig, das Limburger Bistum kurz vor der Auflösung, ein Vatikan-Administrator als Aufpasser: Spekulationen über die Ergebnisse einer innerkirchlichen Prüfkommission zum Limburger Skandal sorgen derzeit für Aufregung. Dabei ist der Bericht noch gar nicht öffentlich.

Tebartz-van Elst in Limburg: Prüfbericht wird mit Spannung erwartet
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Tebartz-van Elst in Limburg: Prüfbericht wird mit Spannung erwartet

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Limburg - Der Untersuchungsbericht zur Kostenexplosion am Limburger Bischofssitz wird anders als erwartet nicht mehr im Januar vorliegen. Die Prüfkommission will ihn erst im Lauf des Februars an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, übergeben. Dies teilte ein Sprecher der Bischofskonferenz mit.

Die Bischofskonferenz dementierte einen Bericht des Magazins "Focus", wonach bereits feststehe, dass die Prüfkommission Vorwürfe gegen den Limburger Bischof Peter Tebartz-van Elst weitgehend ausgeräumt habe. Dem Blatt zufolge sollen die Wirtschaftsprüfer weder Beweise für Geldverschwendung noch ein Übergehen von Kontrollgremien gefunden haben.

Ein Sprecher des Limburger Bistums wollte dies gegenüber SPIEGEL ONLINE nicht bestätigen. Auch die Behauptung des "Focus", die Bischofskongregation erwäge, das Bistum Limburg aufzulösen, wies er zurück: "Das sind reine Spekulationen." Eine Eingliederung in die Diözesen Trier und Mainz wäre unsinnig, schließlich sei "Limburg auch eines der finanzstärksten Bistümer", sagte Stephan Schnelle.

"Ein Treppenwitz"

Der Kirchenrechtler Thomas Schüller - einst Referent des Tebartz-Vorgängers Franz Kamphaus - hält eine mögliche Auflösung für "einen Treppenwitz": "Der Papst kann nicht einfach ein deutsches Bistum auflösen, das setzt völkerrechtlich das Einverständnis der Bundesregierung voraus." Es wäre auch eine unangebrachte Abstrafung der Gläubigen in der Gemeinde, sagte er SPIEGEL ONLINE.

Es kursieren Gerüchte, dass man im Vatikan darüber nachdenke, einen Administrator für den Bischofssitz einzusetzen, der ausschließlich dem Heiligen Stuhl Rechenschaft schulde. Dies halten Kirchenexperten für eine realistische Variante, habe doch der heilige Stuhl dadurch mehr Kontrolle darüber, was während der Vakanz im Bistum vor sich geht.

Tebartz-van Elst war im vergangenen Herbst vor allem wegen der Baukosten von mehr als 31 Millionen Euro für den neuen Limburger Bischofssitz in die Kritik geraten. Der Papst entband den Bischof vorerst von der Führung seiner Amtsgeschäfte. Derzeit führt Generalvikar Wolfgang Rösch als Stellvertreter die Geschäfte.

Anm. der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, der Paderborner Weihbischof Manfred Grothe solle am Donnerstag Papst Franziskus die Ergebnisse des Limburger Untersuchungsberichts vorstellen. Dies stimmt laut Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz nicht. Wir haben die entsprechende Passage entfernt.

Mit Material von dpa

insgesamt 35 Beiträge
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isegrim der erste 26.01.2014
1. Das wäre eine Lösung wie im Mittelalter
Das Bistum Limburg wird aufgelöst, die verbliebenen Gläubigen enttauft und auf dem direkten Weg in die Hölle geschickt. Ja selbst schuld, warum haben sie dem guten Tebartz-van Elst das prunkvolle Leben zur Hölle gemacht. Jetzt werden sie dafür büßen!
gog-magog 26.01.2014
2.
Zitat von sysopDPATebartz-van Elst unschuldig, das Limburger Bistum kurz vor der Auflösung, ein Vatikan-Administrator als Aufpasser: Spekulationen über die Ergebnisse einer innerkirchlichen Prüfkommission zum Limburger Skandal sorgen derzeit für Aufregung. Dabei ist der Bericht noch gar nicht öffentlich. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/pruefbericht-limburg-dementiert-spekulationen-ueber-aufloesung-des-bistums-a-945628.html
Die Auflösung dieses Bistums wäre sicher für alle die sauberste Lösung. Dann könnte die hochherrschaftliche Residenz verkauft und das Geld an die Gläubigen in Form von Altersheimen etc. zurück gegeben werden. Und der Steuerzahler ist einen Teil des Wasserkopfs los, der über die Jahrhunderte aufgebaut wurde. Ja, das wäre meiner Meinung nach ein richtiger Weg, um bei den Gläubigen das verlorene Vertrauen wieder herzustellen. Zuständig wäre dann eben ein anderer Bischof, aber das spielt ja wohl für den Glauben keine Rolle.
steinaug 26.01.2014
3. Da
hat es die Qualitätspresse mal wieder geschafft, einen Unschuldigen zu vernichten.
kritilligenz 26.01.2014
4.
Die Hetzjagd der Medien und der zahlreichen Hasser der katholischen Kirche gegen den unbescholtenen Bischof aus dem beschaulichen Limburg ist eine Schande. Bald wird also heraus kommen, dass der Bischo "unschuldig" ist - darüber freue ich mich sehr!
rugall70 26.01.2014
5. Domherren zurück in die Pfarreien!
Schüller behauptet, die Auflösung des Bistums wäre eine Bestrafung der Gläubigen. Wieso das denn? Ich sehe das ganz anders. Die Gläubigen brauchen doch keine weitere teure Zentrale mit Domherren, Pröpsten und Abteilungsleitern im bischöflichen Ordinariat. Die brauchen auch keinen teuren Bischofssitz. Was die Gläubigen brauchen, sind Priester vor Ort in den Pfarreien. Deshalb wäre es für die Gläubigen hervorragend, wenn das Bistum aufgelöst würde. Dann könnte man die Domherren als Priester hinaus in die Pfarreien schicken. So manche Pfarrei könnte dann weiterbestehen und müsste nicht, wie bisher geplant, aus Priestermangel aufgelöst werden.
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