"Queen of Drags" Conchita Wurst verteidigt Heidi Klum als Jurorin

In der Sendung "Queen of Drags" wird Heidi Klum den Posten einer Jurorin übernehmen - und dafür hagelte aus der queeren Community Kritik. Ihr Mitjuror Conchita Wurst verteidigt sie.

Conchita Wurst verteidigt seine Mitjurorin Heidi Klum: Sie habe eine absolute Berechtigung, eine Performance zu beurteilen - auch wenn sie nicht aus der Szene komme
John MACDOUGALL / AFP

Conchita Wurst verteidigt seine Mitjurorin Heidi Klum: Sie habe eine absolute Berechtigung, eine Performance zu beurteilen - auch wenn sie nicht aus der Szene komme


Zehn Dragqueens aus Deutschland, Österreich und der Schweiz treten gegeneinander an, jede Woche gibt es eine neue Aufgabe: Die Sendung "Queen of Drags" ist eine Art deutsche Version des US-Formats "RuPaul's Drag Race", das es seit zehn Jahren gibt.

Für das TV-Format werden Bill Kaulitz, Conchita Wurst und Heidi Klum in der Jury sitzen - doch für die Wahl des 46-jährigen Models als Jurorin gibt es vor allem aus der queeren Community wenig Verständnis. Klum wird beispielsweise vorgeworfen, keine nennenswerte Verbindung zur Schwulen- und Dragqueen-Szene zu haben.

Conchita Wurst, bürgerlich Tom Neuwirth, kann die Kritik nicht nachvollziehen. Das sagte er in einem Interview mit "Zeit Online". "Ich nehme diese Chance wahr, um die Drag-Thematik in den Mainstream zu bringen, und finde, dass Heidi, auch wenn sie nicht aus dieser Szene kommt, eine absolute Berechtigung hat, eine Performance zu beurteilen", sagte Neuwirth im Interview.

"Die Kritik war wahnsinnig laut, und ich war ein bisschen irritiert", sagte der 31-Jährige, "weil gerade unsere Community immer danach trachtet, inkludiert zu werden, zu inkludieren und ohne Vorurteile Menschen gegenüber zu sein".

Ohne Klum gebe es die Sendung vermutlich nicht im deutschen Fernsehen, sagte Neuwirth alias Wurst. "Wäre dieses Format ohne sie zustande gekommen? Jetzt vielleicht nicht oder vielleicht auch nie. Oder vielleicht auf einem Sendeplatz, wo es niemanden interessiert hätte", sagte der 31-Jährige "Zeit Online". "Sie ist natürlich ein Multiplikator und dazu noch ein sehr sensibler."

Auch Mitjuror Bill Kaulitz, Bruder von Tom Kaulitz und damit Schwager von Klum, verteidigte das Model: "Heidi ist eine unglaublich tolerante, offene Frau", sagte der Musiker über seine Schwägerin. Die 46-Jährige sei damit die perfekte Besetzung für die ProSieben-Show.

Bill Kaulitz und Heidi Klum werden gemeinsam in der Sendung "Queen of Drags" in der Jury sitzen
Matthias Balk/dpa

Bill Kaulitz und Heidi Klum werden gemeinsam in der Sendung "Queen of Drags" in der Jury sitzen

Die negativen Reaktionen haben auch Bill Kaulitz etwas überrascht, wie er sagt: Er hätte mit mehr Offenheit gerechnet. "Die Leute wollen ja Gleichberechtigung und Toleranz und genauso viel Toleranz hätte ich auch erwartet."

Dragqueens sind als Frauen kostümierte Männer, die oft einen Künstlernamen tragen, in Deutschland ist eine der bekanntesten Olivia Jones.

Zum Thema kulturelle Aneignung, also unter anderem zu dem Vorwurf, dass Klum und ProSieben die Dragkultur bloß benutzten, um Geld zu machen, sagte Tom Neuwirth: "Man sagte mir, dass die finanzielle Bereicherung das Hauptproblem sei." Das könne er ein Stück weit verstehen. "Ich hoffe, aber auch, dass unsere Queens nach diesem Format Karrieren haben und das, was sie am liebsten tun, jeden Tag machen können."

cop/dpa

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