Podcast »Im Verhör« »Querdenken, Esoterik und Hitler«

Auf den Demos der »Querdenker« liegen sich Linke mit Holocaust-Leugnern und »Reichsbürgern« in den Armen – eine gefährliche Mischung aus esoterischen und rassistischen Konzepten. Wie passt das zusammen?

Adolf Hitler aß kaum Fleisch. Die Menü-Reihenfolge der Köchinnen vom Obersalzberg könnte auch ohne Weiteres auf der Speisekarte eines hippen Veggie-Restaurants Platz finden. Auch die Esoterik spielte in Teilen der Nazi-Elite eine wichtige Rolle.

Esoterik und Antisemitismus schließen sich offensichtlich nicht aus. Die Schnittmengen sind sogar erschreckend groß. Die Nazis haben sich ihrer bedient. Adolf Hitler aß nicht nur gern Dinkelsuppe auf dem Obersalzberg, die Nazi-Propaganda hetzte auch gegen Impfungen und die sogenannte »verjudete Schulmedizin«. Und es war nicht ihre Erfindung, denn schon mit dem Ende des 19. Jahrhunderts tauchten die »Ariosophen« auf. Sie waren von der »Überlegenheit der arischen Rasse« überzeugt und praktizierten gleichzeitig einen bizarren Okkultismus. Zur gleichen Zeit gründete sich in Deutschland auch die erste Anti-Impfbewegung. Die Nazis versponnen diese Elemente mit ihrer »Germanischen Heilkunde«. Das Impfen galt unter Hitler als »Judenchemie«. Das Heilpraktiker-Gesetz der Nazis von 1939 ist übrigens immer noch rechtsgültig.

In der dritten Episode »Im Verhör«, »Die Pandemie der Wut«, unternimmt die SPIEGEL TV-Reporterin Marie Groß mit dem Rechtsextremismus-Experten Andreas Speit eine Exkursion in die Geschichte der Esoterik. Host des Formats ist SPIEGEL-TV-Redakteurin Christina Pohl.