Erzbistum Köln Erzbischöflicher Rat sieht Rückkehr von Kardinal Woelki skeptisch

An Aschermittwoch will Kardinal Rainer Maria Woelki nach seiner Auszeit mit einer festlichen Messe nach Köln zurückkehren. Doch laut Medienberichten sieht sein Beratergremium dem Tag besorgt entgegen.
Rainer Maria Woelki: Rückkehr an Aschermittwoch?

Rainer Maria Woelki: Rückkehr an Aschermittwoch?

Foto: Christoph Hardt / imago images / Future Image

Das engste Beratergremium des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki hat sich nach Informationen des »Kölner Stadt-Anzeigers«  fast einstimmig gegen dessen Rückkehr ausgesprochen. Wie die Zeitung unter Berufung auf Bistumskreise berichtet, zeigten sich die führenden Mitarbeitenden des Erzbistums äußerst skeptisch. Man sehe die Situation mit großer Sorge.

Aus Kirchenkreisen heißt es zu dem Bericht laut der Nachrichtenagentur dpa, es habe im Erzbischöflichen Rat keine Abstimmung über Woelkis Rückkehr stattgefunden. Es sei aber darüber gesprochen worden, und dabei sei das Stimmungsbild überwiegend skeptisch gewesen.

Woelki befindet sich derzeit noch in einer fünfmonatigen Auszeit, will aber am 2. März in sein Amt zurückkehren. Zu dem rund 20 Mitglieder umfassenden Beratergremium, dem sogenannten Erzbischöflichen Rat, gehören unter anderem der derzeitige Verwalter des Erzbistums, Rolf Steinhäuser, die Weihbischöfe Ansgar Puff und Dominikus Schwaderlapp sowie Generalvikar Markus Hofmann.

Vertrauenskrise in Köln

Das Verhältnis zwischen Woelki und den wichtigsten Gremien des Erzbistums gilt seit Längerem als zerrüttet. Woelki hatte 2020 eine Vertrauenskrise ausgelöst, als er sich entschied, ein Gutachten  der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs nicht zu veröffentlichen. Er führte rechtliche Gründe dafür an und gab stattdessen ein neues Gutachten in Auftrag.

Im vergangenen Jahr entsandte Papst Franziskus zwei Bevollmächtigte nach Köln, die einen vertraulichen Bericht über die Lage im Erzbistum erstellten. Auf dieser Grundlage entschied Franziskus, dass Woelki im Amt bleiben könne, obwohl er »große Fehler« gemacht habe. Allerdings ging Woelki in eine fünfmonatige Auszeit, die er unter anderem in den Niederlanden verbrachte – bei vollem Gehalt. An Aschermittwoch will er jedoch zurückkehren und gleich eine festliche Messe im Kölner Dom zelebrieren.

Laien und Kleriker sind besorgt über die Rückkehr. Der Vorsitzende des Diözesanrats und Oberbürgermeister von Solingen, Tim Kurzbach, hatte deswegen eine Gläubigenbefragung gefordert.

ptz/dpa
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