Kohlenmonoxid-Alarm in NRW Polizei findet Leiche in Wohnhaus

In einem Wohnhaus schlugen die Messgeräte an: Nach dem Austritt von Kohlenmonoxid sind Rettungskräfte in Ratingen auf die Leiche eines Mannes gestoßen. Mehrere Helfer wurden durch das Gas verletzt.


In einem Mehrfamilienhaus in Nordrhein-Westfalen ist ein Mann nach dem Ausritt von Kohlenmonoxid (CO) tot aufgefunden worden. Drei Anwohner wurden mit Verdacht auf eine Vergiftung ins Krankenhaus gebracht, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Fünf Einsatzkräfte seien bei dem Einsatz am Donnerstagabend durch das Einatmen relativ hoher CO-Konzentrationen leicht verletzt worden, teilte die Feuerwehr mit.

Eine Anruferin hatte demnach die Feuerwehr alarmiert, nachdem sie ihren Bruder leblos aufgefunden hatte. Im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses schlugen plötzlich die CO-Messgeräte der Rettungsdienstler Alarm, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Kurz darauf wurde das gesamte Haus evakuiert. Die Gaszufuhr war nach Angaben der Feuerwehr nach dem Alarm sofort abgesperrt worden. Da alle Räume des Gebäudes eine zu hohe CO-Konzentration aufwiesen, wurden sie demnach intensiv maschinell belüftet.

Besucher einer Praxis betroffen?

Die Ursache für den hohen CO-Wert ist nach Angaben der Ermittler noch unklar. Besucher, die sich am Donnerstag in einer im Haus befindlichen Praxis aufgehalten hatten, würden vorsorglich über den Einsatz und die Umstände informiert. Von einer akuten Gefahr werde aber nicht ausgegangen. Ob der Mann an einer Kohlenmonoxidvergiftung starb, ist nach Angaben der Polizei noch unklar.

Bei Kohlenmonoxid (CO) handelt es sich um ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas. Das macht es zu einer besonders tückischen Gefahr: Strömt es aus, kann man es - anders als Rauch - nicht sehen oder riechen. Aus diesem Grund wird es auch als silent killer bezeichnet. Erst Anfang des Monats hatten Hunderte Menschen wegen des Verdachts auf einen CO-Austritt aus einem Swingerklub in Hattingen gerettet werden müssen.

Bei einer Vergiftung durch Kohlenmonoxid kommt es zu einem massiven Sauerstoffmangel im Körper. Zu den Folgen zählen je nach Konzentration unter anderem Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit, Apathie, Atemnot und schlimmstenfalls der Tod.

apr/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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Affenhirn 29.11.2019
1. Unterschied CO und CO2
Während bei Kohlenstoffdioxid durch Sauerstoffzufuhr (Lüften) das Problem auch für bereits Betroffene schnell gelöst wird, ist Kohlenstoffmonoxid deshalb besonders gefährlich, weil es sich permanent an die für die Atmung relevanten Partikel im Blut heftet und dadurch die Sauerstoffzufuhr stark einschränkt oder gar völlig unterdrückt. Im Extremfall kann nur ein rascher Blutaustausch helfen, wenn Hilfe überhaupt noch möglich ist.
isikat 29.11.2019
2. Grund?
Solche Meldungen häufen sich und immer heißt es, der Grund sei unklar. Danach herrscht schweigen, man erfährt also den Grund nie und kann deshalb auch keine Vorsorge treffen, um solche Dinge möglichst zu vermeiden.
dagmar1308 29.11.2019
3. Mehrfach habe ich
die Stiftung Warentest seit dem Kohlenmonoxidtod von 4 jungen Menschen in Franken vor ca. 2 Jahren angeschrieben, die Warner dazu zu testen und damit Werbung für den Einsatz zu machen. Die Antwort als Absage gehört zur Spitze der arroganten Bürokratie. Bin Abonnent und bin es langsam leid, dreimal im Jahr einen Test von neuen Handys amerikanischer und asiatischer Konzerne, um es mal deutlich auszudrücken, zu bezahlen. Auch als Steuerzahler finanziere ich diesen verstaubten Verein mit. War schon mal Abonnent als das Heft nur schwarz weiß erschien.
hilmarhirnschrodt 29.11.2019
4. Zu viel Information kann auch gefährlich sein,
Zitat von isikatSolche Meldungen häufen sich und immer heißt es, der Grund sei unklar. Danach herrscht schweigen, man erfährt also den Grund nie und kann deshalb auch keine Vorsorge treffen, um solche Dinge möglichst zu vermeiden.
weil man sich mit etwas Know How auch gezielt mittels CO ganz ohne Qualen und mit einfachsten Mitteln aus dieser Welt veabschieden kann. Das lässt sich dummerweise mittels Verordnung oder Gesetz auch nicht von oben verordnet verhindern. Ein eleganter Notausgang eben,
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