Rollenbilder "Ich wollte nicht Vater werden"

Die neue Folge von "Drei Väter - ein Podcast" dreht sich um die Frage: Was ist ein guter Vater? Antworten geben ein Psychologe und ein Väterstammtisch. Es geht um Leistungsdruck, finanzielle Ängste und den "cooleren Elternteil".

"Drei Väter"-Podcast: Was ist ein guter Vater?
Illustration: Lina Moreno/ Foto: Getty Images

"Drei Väter"-Podcast: Was ist ein guter Vater?

Ein Podcast von , Axel Rahmlow und Markus Dichmann


Reden wir über die Idee des Vaterseins. Was heißt das eigentlich? Und was ist heutzutage ein guter Vater? Manche haben Vorbilder, an denen sie sich orientieren. Andere wollen sich nicht beeinflussen lassen und ihre Erfahrung selbst machen.

Nachdem wir, Jonas Leppin, Axel Rahmlow und Markus Dichmann, uns in der ersten Folge über die Geburt unterhalten haben (Hören Sie hier Folge eins: "Die Geburt: Mittendrin und nur Statist") geht es in der zweiten Folge von "Drei Väter - ein Podcast", dem neuen Podcast von SPIEGEL ONLINE, um das Rollenbild des Vaters.

In "Die Startphase: Was ist ein guter Vater?" sprechen wir darüber, was es bedeutet, Vater zu sein. Welche Freude, Ansprüche, Pflichten, aber manchmal auch welcher Frust damit verbunden ist. Und wie erleben wir uns eigentlich selbst als Vater? "Ich wollte schon immer Vater werden", sagt einer von uns. Ein anderer berichtet sehr genau über seine damaligen Lebensumstände: "Ich wollte nicht Vater werden."

Drei Väter - ein Podcast #2: Die Startphase: Was ist ein guter Vater?

In dieser Episode kommt außerdem der Psychologe und Männerberater Gregor Keiner zu Wort. Er erzählt, was werdende Väter in seinen Vorbereitungskursen am meisten beschäftigt: Zuerst ist es die gemeinsame Geburt. "Danach sind Väter immer sehr dankbar, wenn man sich wissenschaftlich damit auseinandersetzen kann. Was passiert zu welcher Zeit? Wann passieren Fehler in der Erziehung? Ab wann sollen wir eigentlich erziehen?", so Kleiner.

Viele Themen würden von Männern jedoch häufig "unter einem Leistungsaspekt" betrachtet. Der Psychologe sagt: "Es gibt einen gesellschaftlichen Druck, was man als erfolgsorientierter Mann zu leisten hat - ohne sich zu beschweren."

Stress und Druck, Angst zu versagen? Vater sein passiert auch im Kopf. Bei einem Väterstammtisch haben wir weitere Antworten gesucht und zugehört, wann Männer sich für gute Väter halten, was sie über finanzielle Sorgen erzählen und weshalb manche sich als den "cooleren Elternteil" begreifen.

"Drei Väter - ein Podcast" mit Jonas Leppin, Axel Rahmlow und Markus Dichmann (v.l.)
Sebastian Schneider

"Drei Väter - ein Podcast" mit Jonas Leppin, Axel Rahmlow und Markus Dichmann (v.l.)

Was bedeutet Vater sein im Jahr 2019? Jede Woche will sich SPIEGEL ONLINE mit "Drei Väter - ein Podcast" dieser Frage nähern. Wir sprechen über Erwartungen an uns selbst, über Ansprüche von Müttern und der Gesellschaft. Dafür gehen wir raus, beobachten in Reportagen Väter, Mütter, Kinder oder sprechen mit Psychologen und Hebammen.

Dieser Podcast entsteht mit Unterstützung des Podcastlabels Viertausendhertz. Viertausendhertz produziert selbst Podcasts - zum Beispiel das Interviewformat "Elementarfragen". Hören Sie hier ein Gespräch mit dem Psychiater und Kabarettisten Manfred Lütz ("Irre - Wir behandeln die Falschen") über psychische Krankheiten, wo sie beginnen und weshalb sie noch immer stigmatisiert sind.

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insgesamt 19 Beiträge
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McTitus 12.03.2019
1. In einem nicht ganz unwesentlichen Halbsatz...
... werden dann auch mal kurz die Ansprüche der Mütter erwähnt. Die haben dann auch ein ziemlich deutliches Gewicht. Als Vater bist Du nie einfach nur derjenige der auch mit für die Erziehung der gemeinsamen Kinder verantwortlich ist. Du steckst auch wie das Würstchen eines Hot Dogs zwischen zwei Brötchen. Da ist die Arbeit, von der erwartet wird, dass Du sie jede Woche zu 120% erfüllst obwohl Du nur einen 80% Job machst. Und Deine bessere Hälfte hält das sowieso für selbstverständlich, dass Du für die Kleinen da bist. Ist bei ihr ja auch so. Der Artikel bei bento hat mich da ziemlich geärgert. Da bekommen Väter einen Preis, weil sie sich vorbildlich um die Familie kümmern und von den Frauen gibt's dafür nur Unverständnis. Aber wenn Wir Uns nur um Unsere Karriere kümmern würden, wär's auch nicht OK. Diese Selbstverständlichkeit, die in diesem Artikel bei bento rübergekommt geht mir gewaltig gegen den Strich.
joe_ann 12.03.2019
2. War ja zu erwarten
dass gleich das erste Kommentar in Richtung ''Mimimi, wir sind die Opfer'' geht. Was ich von uns selbst kenne und aus dem Bekannten- und Familienkreis: die Frau/ Mutter geht genauso Vollzeit arbeiten (ich 41h) und schmeißt trotzdem (weitaus) mehr des Haushalts und Kinderbetreuung. Ja, Frauen halten es für selbstverständlich, dass, wenn sie genauso arbeiten gehen, der Mann sich dann genauso am Haushalt beteiligt. Wir sind nun mal eine der ersten Generation, in denen nicht das Rollenklischee gelebt wird und ich kann mir auch vorstellen, dass viele Männer gerade in einer Art Sinnkrise stecken. Aber es kann nicht sein, wie bei meinen Eltern z.B.- meine Mutter war aufgrund des Fahrweges länger arbeiten bzw außer Haus, gut 1h pro Tag. Und trotzdem hat sie Haushalt und Kinder komplett alleine gemacht...Und Hey- keinen interessiert 's. Da gab es auch keine Podcasts drüber. Und sie war bei weitem kein Einzelfall- in den neuen Bundesländern sind die Frauen oft genauso Vollzeit arbeiten gegangen.Aber mein Mann wird immer erstaunt angeguckt, wenn wir in der Heimat sind und er in der Küche steht. Und viele Frauen (ich auch) sind auch nicht gewillt für nun einmal alltägliche Dinge im Haushalt den Mann zu loben wie einen Hund, der brav apportiert hat, weil sie einfach selbstverständlich sind (wieso ist das so? wurden Jungs immer mehr gelobt für Hausarbeit? Für Mädchen hat es ja selbstverständlich zu sein). Aber ich muss dazu sagen, dass ich bei vielen auch den Gnatz verstehen kann- ich habe jetzt hier in den alten Bundesländern eine Spezies Frau kennen gelernt, die ich persönlich auch nicht gut heiße- morgens eine Stunde schnacken vor der Kita, dann Elterncafe, vielleicht 20h pro Woche Teilzeit arbeiten. Kann man machen, aber dann kann man halt nicht erwarten, dass der Mann genauso viel im Haushalt leistet. Dann hätte ich auch kein Problem damit, entsprechend mehr zu Hause zu leisten.
McTitus 12.03.2019
3. War ja klar, dass es wieder heißt, ...
... die Männer sollen sich nicht so anstellen. Machen sie ja gar nicht. Die meiste Zeit sagen sie einfach: Ja, Schatz. Regretting Motherhood ist da auf mehr Verständnis getroffen.
Lykanthrop_ 12.03.2019
4.
Väter solten aktiv Gleichberechtigung einfordern, es ist heute immernoch so, dass Väter sich in erster Linie dazu verpflichtet fühlen und dazu verpflichtet werden (auch gesetzlich) sich um das finanzielle Wohl zu kümmern. Wer für Gleichberechtigung streitet sollte als Vater die Hälfte der Care Arbeit übernehmen und die Hälfte des Einkommens von der Mutter einfordern. Solange wir das Ernährermodell in uns Frauen und Männer nicht überwinden, werden viele Benachteiligungen im Erwerbsleben der Frauen auch nicht überwunden und mit der ersten Geburt driften die Einkommen auseinander. Es hängt zusammen.
Schartin Mulz 12.03.2019
5. Was soll das mit Gleichberechtigung zu tun haben,
Zitat von Lykanthrop_Väter solten aktiv Gleichberechtigung einfordern, es ist heute immernoch so, dass Väter sich in erster Linie dazu verpflichtet fühlen und dazu verpflichtet werden (auch gesetzlich) sich um das finanzielle Wohl zu kümmern. Wer für Gleichberechtigung streitet sollte als Vater die Hälfte der Care Arbeit übernehmen und die Hälfte des Einkommens von der Mutter einfordern. Solange wir das Ernährermodell in uns Frauen und Männer nicht überwinden, werden viele Benachteiligungen im Erwerbsleben der Frauen auch nicht überwunden und mit der ersten Geburt driften die Einkommen auseinander. Es hängt zusammen.
wenn ich meine Frau gezwungen hätte, die Hälfte des Einkommens beizusteuern?
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