Ostermesse Papst Franziskus fordert Frieden in Syrien

Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen hat der Papst auf dem Petersplatz seinen Ostersegen erteilt - zuvor rief er in einer Spontanpredigt dazu auf, trotz des vielen Leids auf der Welt nicht die Hoffnung zu verlieren.

AFP/ OSSERVATORE ROMANO

Zehntausende Gläubige verfolgten die Zeremonie auf dem Petersplatz in Rom: Papst Franziskus hat vom Balkon des Petersdoms aus den traditionellen Ostersegen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis") erteilt.

Nach den Anschlägen auf koptische Christen in Ägypten vor einer Woche wurde die Zeremonie auf dem Petersplatz von einem massiven Polizeiaufgebot gesichert. Die Gläubigen mussten sich strengen Kontrollen unterziehen. An allen Eingängen waren Sicherheitsschleusen wie am Flughafen aufgestellt.

Vor dem Segen hatte der Papst die Ostermesse gefeiert. In einer spontanen Predigt rief Franziskus die Gläubigen auf, ihre Hoffnung trotz des vielen Leids auf der Welt nicht zu verlieren. Man frage sich: "Aber wenn der Herr auferstanden ist, wie können dann diese Dinge passieren?" Niemand werde gefragt, ob er glücklich mit dem sei, was auf der Welt passiere. Für vieles gebe es keine Erklärung. Man dürfe sich deshalb aber nicht verschließen, sondern müsse nach vorne blicken. "Dort ist keine Mauer, dort ist der Horizont", sagte Franziskus auf dem Petersplatz, der mit 35.000 Blumen und Pflanzen aus den Niederlanden dekoriert war.

Franziskus rief zudem zu Frieden in Syrien auf, wo der Krieg nicht aufhöre, "Tod und Schrecken" zu verbreiten. Er verurteilte unter anderem den jüngsten Anschlag mit mehr als 110 Toten in Syrien - westlich der Stadt Aleppo hatte am Samstag ein Selbstmordattentäter Syrer, die evakuiert werden sollten, mit in den Tod gerissen.

Der Papst hatte die Osterfeierlichkeiten am Gründonnerstag mit der traditionellen Fußwaschung begonnen. Dafür hatte Franziskus in diesem Jahr inhaftierte ehemalige Mafiosi ausgewählt, die in einem Gefängnis der Kleinstadt Paliano südöstlich von Rom einsitzen. In seinem Karfreitagsgebet hatte der Papst das tägliche Blutvergießen in der Welt als Schande für die Menschheit verurteilt. Er ging dabei besonders auf das Leid von Flüchtlingen, verfolgten Christen und Opfern von Rassismus ein.

Am Sonntag vergangener Woche waren bei Anschlägen auf zwei koptische Kirchen in Ägypten 45 Menschen getötet worden, zu der Tat bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Der Papst besucht am 28. und 29. April Ägypten.

eth/AFP/dpa



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