Streit um besetztes Haus Zusammenstöße zwischen Migranten und Polizei in Rom

In Rom droht der Konflikt um ein von Zuwanderern besetztes Haus zu eskalieren: Die Polizei räumte das Gebäude im Stadtzentrum, nun kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen - mit mehreren Verletzten.

AP

In Rom ist die Situation um ein zuletzt von Migranten besetztes Haus eskaliert. Nach der Räumung des Gebäudes im Zentrum der italienischen Hauptstadt kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Einsatzkräfte bemühten sich, die Lage mithilfe von Wasserwerfern unter Kontrolle zu bekommen.

Das Haus war seit Jahren von etwa 800 Migranten besetzt. Einige von ihnen leben tagsüber seit Tagen auf der Piazza dell'Indipendenza nahe des Hauptbahnhofs. Ärzte ohne Grenzen sprach angesichts des harten Vorgehens der Polizei von "wahlloser Gewalt", Helfer der Organisation versorgen demnach bislang mindestens 13 Verletzte. Auch Schlagstöcke seien zum Einsatz gekommen.

Die Zeitung "La Repubblica" meldete zwei Verletzte bei den jüngsten Auseinandersetzungen. Sie hätten fast sechs Stunden gedauert. Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete unter Berufung auf die Polizei, es seien Gasflaschen und Steine gegen Beamte geflogen. Der Einsatz sei zudem notwendig geworden, weil einige Migranten eine alternative Unterbringung in der Stadt nicht akzeptiert hätten.

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Das Uno-Flüchtlingswerk UNHCR twitterte, dass auch Familien mit Kindern unter den Betroffenen seien. Augenzeugen berichteten, dass einige Besetzer an den Haaren gezogen und geschlagen worden seien. Laut Menschenrechtsaktivisten und Journalisten wurden auch Schwangere und Kinder des Hauses verwiesen.

Die Polizei hatte vergangenes Wochenende mit der Räumung begonnen, die von Menschenrechtsorganisationen scharf kritisiert wird. Viele Besetzer waren Flüchtlinge aus Eritrea und Äthiopien. Das ehemalige Bürogebäude war seit Oktober 2013 besetzt, 2015 ordnete ein Richter seine Räumung an.

Viele Politiker hatten das Vorgehen begrüßt - unter ihnen Senator Stefano Pedica von der regierenden sozialdemokratischen Partei PD. Er forderte, die Migranten sollten in besser geeignete Unterkünfte gebracht werden.

mxw/dpa



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