Brutale Taufe Russischer Priester misshandelt Säugling - suspendiert

Ein russisch-orthodoxer Priester ist für seine ruppige Art abgestraft worden: Weil er einen Säugling brutal ins Taufbecken presste, wurde er vom Amt suspendiert. Und verstand die Welt nicht mehr.

REUTERS

In einer orthodoxen Kirche im russischen Gatschina nahe St. Petersburg ist es zu einem Eklat gekommen: Während einer Taufe hat ein Priester einen Säugling misshandelt.

Das Internetportal "Fontanka.ru" war am 11. August in den Besitz eines Videos gelangt, das zeigt, wie ein Geistlicher ein nacktes, schreiendes Kind rücklings so tief in ein Taufbecken taucht, dass der gesamte Kopf unter Wasser gerät. Als die entsetzte Mutter unter Schreien und Rufen versucht, ihm den Säugling zu entreißen, weigert er sich zunächst, ihn herzugeben.

"Schon nach dem ersten Eintauchen habe ich erkannt, dass das Kind sich verschluckt", sagte die Mutter Anastasia Aleksejewa dem Internetportal "360". Sie wandte sich nach der Taufe in der örtlichen Kathedrale empört an die Polizei. Ihr Sohn habe Schürfwunden und Prellungen durch das ruppige Verhalten des Geistlichen erlitten, klagte sie.

Der Priester zeigte sich uneinsichtig und betonte russischen Medienberichten zufolge, er habe nur seine Pflicht getan und im Übrigen schon immer auf diese Weise Kinder getauft - seit 26 Jahren. "Der Mutter war wahrscheinlich langweilig", sagte er dem Sender 5-TV. "Sie ist hysterisch geworden, obwohl gar nichts Schlimmes passiert ist. Absolut nicht."

Nach den Regeln der russisch-orthodoxen Kirche sei es vorgeschrieben, das Kind ganz ins Wasser einzutauchen, auch den Kopf, fuhr er fort. Die Kleinen stünden während der Zeremonie unter Stress, deshalb würden sie meistens weinen. "Das Kind hat kein Wasser geschluckt, und sich auch nicht am Taufbeckenrand gestoßen."

Ein Mitglied der örtlichen Diözese erklärte gegenüber "360", es habe schon in der Vergangenheit Beschwerden über den Geistlichen gegeben, allerdings nicht mit dieser Vehemenz. "Jeder, der es gesehen hat, auch die Mitarbeiter, waren geradezu schockiert", sagte Diözesansekretär Wladimir Glazunow. Die Folge: Der Priester wurde für ein Jahr vom Amt suspendiert. Der zuständige Bischof bat die Eltern um Vergebung.

ala



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