Zeitungsbericht Kleingartenverein in Sachsen-Anhalt weist Migranten ab

Ein libanesischstämmiger Unternehmer möchte eine Parzelle in einem Kleingartenverein in Wittenberg übernehmen. Der Verein lehnt laut einem Zeitungsbericht ab. Begründung: "Wir wollen keine Ausländer".


In Wittenberg (Sachsen-Anhalt) lehnt ein Kleingartenverein laut einem Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" die Aufnahme von Migranten ab. Dem libanesischstämmigen Unternehmer Ali Ismais sei im Kleingartenverein "Am Trajuhnschen Bach" die Übernahme einer frei werdenden Parzelle verweigert worden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf den Betroffenen und den stellvertretenden Vereinschef der Kleingärtner. "Wir wollen keine Ausländer", hieß es demnach zur Begründung.

Der Vizevereinschef habe zudem gesagt, es gebe mit Russlanddeutschen schon genügend Ausländer in dem Verein. Die Landesintegrationsbeauftragte Susi Möbbeck kritisierte die Entscheidung des Vereins scharf: "Niemand darf wegen seiner Herkunft ausgeschlossen werden", sagte die Staatssekretärin im Sozialministerium dem Blatt. "Das verstößt gegen den allgemeinen Gleichheitsgrundsatz und gegen das Antidiskriminierungsgesetz."

Der Landesverband der Gartenfreunde distanzierte sich von der Ausgrenzung. "Wir sind nicht ausländerfeindlich", sagte Präsident Peter Riebeseel der "Mitteldeutschen Zeitung". "Im Gegenteil, wir sind doch froh, wenn wir Menschen finden, die ticken wie wir", sagte er. Viele Gartenvereine im Land klagten über Nachwuchsmangel.

msc/AFP



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