Fußballfans in Sachsen Verfassungsschutz sieht rechtsextremes Netzwerk

Im Stadion des Chemnitzer FC trauerten Fans um einen Neonazi, zudem waren schon an den Ausschreitungen im vergangenen Sommer rechte Hooligans beteiligt: Der Verfassungsschutz sieht einen Zusammenhang.

Trauerfeier für Neonazi im Chemnitzer Stadion
DPA

Trauerfeier für Neonazi im Chemnitzer Stadion


Rechtsextreme Fußballfans sind Erkenntnissen des sächsischen Verfassungsschutzes zufolge gut vernetzt. "Die von außen kaum feststellbaren festen Strukturen dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei diesem Personenpotenzial um ein festes Netzwerk mit zahlreichen Anhängern handelt", teilte die Behörde auf Anfrage mit.

Verschiedene Kleinstgruppen würden mit Hilfe sozialer Medien ein gewaltbereites Potenzial bilden, das anlassbezogen viele Teilnehmer mobilisieren könne. Welche Ausmaße das annehmen könne, sei etwa Ende August 2018 in Chemnitz zu beobachten gewesen.

Damals war es nach einer tödlichen Messerattacke, für die Zuwandererverantwortlich gemacht werden, zu Protesten und Angriffen auf vermeintlich ausländisch aussehende Menschen gekommen. Maßgeblich daran beteiligt waren Rechtsextreme und Hooligans.

Am Wochenende hatte eine Gedenkveranstaltung für den an Krebs gestorbenen Neonazi Thomas Haller am Rande eines Regionalliga-Heimspiels des Chemnitzer FC bundesweit Empörung ausgelöst. Der Verein hat mittlerweile Konsequenzen gezogen: Nach dem Rücktritt des Geschäftsführers trennte sich die Klubführung unter anderem von der Fanbeauftragten. Mehr zu dem Fall lesen Sie hier und hier.

bbr/dpa

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