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21. Januar 2012, 22:08 Uhr

Sachsen

Schwule Pfarrer dürfen mit Partner im Pfarrhaus leben

Es ist ein heikles Thema, umso bedeutsamer ist der Beschluss der Evangelischen Kirche in Sachsen: Homosexuelle Pfarrer in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft dürfen künftig gemeinsam mit dem Partner im Pfarrhaus leben. Zumindest, wenn der gesamte Kirchenvorstand zustimmt.

Dresden - In der Evangelischen Kirche ist das Thema heftig umstritten, doch am Samstag verkündete die Leitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens: Schwule Pfarrer in eingetragener Lebenspartnerschaft sollen künftig im Pfarrhaus zusammen mit ihren Partnern leben dürfen. Dies gelte auch für lesbische Pfarrerinnen. Voraussetzung sei allerdings die einmütige Zustimmung des Kirchenvorstandes.

Landesbischof Jochen Bohl wies bei der Tagung der Kirchenleitung darauf hin, wie umstritten dieses Thema sei. Nur durch ein gegenseitiges Respektieren und Achten der jeweils anderen Auffassung könnten diese gegensätzlichen Auffassungen überwunden werden, sagte Bohl. Er hoffe, "dass die Christinnen und Christen in den Kirchgemeinden unserer Landeskirche diese Entscheidung der Kirchenleitung mittragen werden", heißt es in einer Mitteilung. Zudem sei sich Bohl sicher, "dass homosexuell geprägte Menschen, mit denen wir in der Gemeinschaft der Kirche verbunden sind, als Schwestern und Brüder im Glauben akzeptiert werden".

Eine wichtige Grundlage für die Entscheidung war den Angaben zufolge ein Abschlussbericht der Arbeitsgruppe "Homosexualität in biblischem Verständnis". Zugleich bekräftigte die Kirchenleitung die bleibende Bedeutung der biblischen Ordnung von Ehe und Familie als Leitbild des Zusammenlebens von Frau und Mann.

aar/dapd

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