Saint-Paulien in Frankreich Protest gegen Preisexplosion – Tankwart schließt Zapfsäulen

Olivier Thomas hat die Nase voll: Der Tankwart in der Ortschaft Saint-Paulien weigert sich, Sprit für 2,50 Euro pro Liter zu verkaufen. Außerdem gehen ihm die maulenden Kunden auf die Nerven.
Tankstelle in Frankreich (Symbolbild)

Tankstelle in Frankreich (Symbolbild)

Foto: Jean-Francois Badias / AP

Aus Protest gegen die Benzinpreisexplosion hat ein Tankstellenbetreiber in Frankreich seine Zapfsäulen kurzerhand geschlossen.

»Wir weigern uns, Kraftstoff für 2,50 Euro pro Liter zu verkaufen, wir unterstützen keinen Diebstahl«, schrieb Tankwart Olivier Thomas auf Zettel, die er auf seine Zapfsäulen in der Ortschaft Saint-Paulien heftete. Das berichten der Sender France 3  und die Zeitung »Le Progrès« .

Binnen Tagen sei der Benzinpreis von 1,80 auf 2,19 Euro gestiegen. Hätte er nun seine großen Tanks wieder aufgefüllt, hätte er das Benzin für 2,47 Euro verkaufen müssen, so Thomas. Selbst sein Computerprogramm habe ihm bei der Eingabe dieses Preises eine Fehlermeldung angezeigt: Er solle keine inkohärenten Daten eingeben.

Genug von den Beschwerden

Außerdem sagte der Tankwart, er sei das Geschimpfe der Autofahrer an der Kasse satt, die sich über den Preisanstieg beschwerten. Der Weltmarkt zwinge ihn zu dem Preis.

Zu dem ungewöhnlichen Schritt konnte sich der Tankwart eigenen Angaben zufolge entschließen, da er in der ländlichen Umgebung das meiste Geld mit dem Verkauf anderer Waren in seinem Tankstellenshop verdiene. »Ich kann nicht ein Produkt für 2,47 Euro verkaufen im Wissen, dass ich daran nur 0,04 Cent pro Liter ohne Steuern verdiene«, so Thomas.

Das wenige zurzeit in seinen Tanks verbleibende Benzin habe Thomas zunächst für Stammkunden reserviert sowie für Fahrzeuge der Feuerwehr.

ptz/dpa
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