Salzburg Nobel-Dirndl-Hersteller soll Männer benachteiligen

Die Suche nach einer Schneidermeisterin hat einem Salzburger Nobel-Trachtenhersteller Ärger eingebracht - Männer fühlten sich benachteiligt. Das Geschäft fürchtet hingegen um die Intimsphäre seiner Kundinnen.


Wien/Salzburg - Per Inserat hat ein Salzburger Nobel-Trachtenhersteller nach einer "Schneidermeisterin" gesucht - und sich damit dem Vorwurf der Männerbenachteiligung ausgesetzt.

Das Geschäft in der Innenstadt, das mit seinen teuren Maß-Dirndln und Trachtenanzügen ein beliebtes Ziel illusterer Gäste der Salzburger Festspiele ist, beschäftigt sowohl weibliche als auch männliche Maßschneider. Weil eine auf Frauenmode spezialisierte Schneiderin schwanger ist, suchte das Unternehmen per Inserat eine "Schneidermeisterin" als Vertretung.

Daraufhin flatterte dem Geschäft eine Verwarnung der Salzburger Gleichbehandlungsanwaltschaft ins Haus, berichtete der ORF am Montag. Die Anzeige hätte sowohl für weibliche als auch für männliche Bewerber ausgeschrieben werden müssen. Bei weiteren Verstößen drohe der Firma eine Verwaltungsstrafe in Höhe von 360 Euro.

Der Firmenchef ist empört. "Ich kann doch nicht von einem Herren im Schritt der Damen Maß nehmen lassen", sagte Nikolaus Lanz dem ORF. Ihm sei der Schutz der Intimsphäre seiner Kundinnen wichtiger als die Geldstrafe. "Ich werde weiterhin eine Schneiderin suchen und inserieren", sagte Lanz.

siu/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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Parzival v. d. Dräuen 28.12.2009
1. Zweierlei Maß.
Das ist eben der Preis des Anti-Diskriminierungs-Gesetzes. Der tapfere Schneidermeister nimmt Maß - egal, ob bei Männern oder Frauen und nicht erst seit heute. Sozusagen zwei auf einen Streich. Was daran sollte nicht harmlos sein? Wenn Männer, nackt aufgereiht wie Schlachtvieh am Haken, bei der Bundeswehr zur Musterung sind, dann stehen da weibliche Ärzte und greifen den Kerlen in die Familienjuwelen. Da ist ein Maßband am Oberschenkel einer Dirndl-Trägerin so rein menschlich gesehen sicher kein "Oberschenkelhalsbruch" an den guten Sitten. ;-)
kleiner-moritz 28.12.2009
2. kaum zu fassen
Zitat von Parzival v. d. DräuenDas ist eben der Preis des Anti-Diskriminierungs-Gesetzes. Der tapfere Schneidermeister nimmt Maß - egal, ob bei Männern oder Frauen und nicht erst seit heute. Sozusagen zwei auf einen Streich. Was daran sollte nicht harmlos sein? Wenn Männer, nackt aufgereiht wie Schlachtvieh am Haken, bei der Bundeswehr zur Musterung sind, dann stehen da weibliche Ärzte und greifen den Kerlen in die Familienjuwelen. Da ist ein Maßband am Oberschenkel einer Dirndl-Trägerin so rein menschlich gesehen sicher kein "Oberschenkelhalsbruch" an den guten Sitten. ;-)
Hier zeigt sich vor allem der Irrsinn des Antidiskriminierungsgesetzes, gegen das übrigens auch das Bundesgleichstellungsgesetz (http://bundesrecht.juris.de/bgleig/__16.html) verstößt! All dieser Verfassungsbruch stammt - wenn wunderts - aus der Feder der Rot-Grünen Koalition.
kleiner-moritz 28.12.2009
3. kaum zu fassen
Zitat von Parzival v. d. DräuenDas ist eben der Preis des Anti-Diskriminierungs-Gesetzes. Der tapfere Schneidermeister nimmt Maß - egal, ob bei Männern oder Frauen und nicht erst seit heute. Sozusagen zwei auf einen Streich. Was daran sollte nicht harmlos sein? Wenn Männer, nackt aufgereiht wie Schlachtvieh am Haken, bei der Bundeswehr zur Musterung sind, dann stehen da weibliche Ärzte und greifen den Kerlen in die Familienjuwelen. Da ist ein Maßband am Oberschenkel einer Dirndl-Trägerin so rein menschlich gesehen sicher kein "Oberschenkelhalsbruch" an den guten Sitten. ;-)
Hier zeigt sich vor allem der Irrsinn des Antidiskriminierungsgesetzes, gegen das übrigens auch das Bundesgleichstellungsgesetz (http://bundesrecht.juris.de/bgleig/__16.html) verstößt! All dieser Verfassungsbruch stammt - wenn wunderts - aus der Feder der Rot-Grünen Koalition.
sample-d 28.12.2009
4. Salzburg liegt in Österreich...
Zitat von kleiner-moritzHier zeigt sich vor allem der Irrsinn des Antidiskriminierungsgesetzes, gegen das übrigens auch das Bundesgleichstellungsgesetz (http://bundesrecht.juris.de/bgleig/__16.html) verstößt! All dieser Verfassungsbruch stammt - wenn wunderts - aus der Feder der Rot-Grünen Koalition.
Sie sollten die Artikel die Sie kommentieren vielleicht etwas genauer lesen. Salzburg liegt in Österreich...
avollmer 28.12.2009
5. Intimsphäre?
Das ist ja noch schlimmer, das Unternehmen unterstellt potentiellen Bewerbern pauschal ungebührliches, sexistisches Verhalten. Das ist nicht nur dismriminierend, das ist beleidigend. Als Mann fühle ich mich verletzt, was wird mir und meinen Geschlechtsgenossen zugetraut? Zwanghaftes Fummeln, permanentes Grabschen, sexistische Übergriffe? Oder schliesst da jemand von sich selbst auf andere? Als Frau würde ich nicht mehr nach Salzburg reisen, was müssen da für Männer unterwegs sein, wenn man ihnen pauschal derartiges Verhalten unterstellt? Hat mich jetzt interessiert was dazu im Internet zu finden ist. Images-Suche bei Google.com zu "Salzburg Männer" und was war das Ergebnis. Es hat mit SA beim Einmarsch begonnen und ging bis Mario Barth ... Oh ...
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