São Paulo Fast drei Millionen Menschen bei Schwulen-Parade

Zum weltweit größten Umzug von Homosexuellen sind in São Paulo rund 2,5 Millionen Teilnehmer und Zuschauer gekommen. Mit Regenbogenfahnen und in bunten Kostümen forderten sie mehr Rechte für Schwule, Lesben und Transsexuelle in Brasilien.


São Paulo - "Homophobie ist ein Verbrechen", lautete diesmal das Moto des Zuges von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen. Es war bereits die zehnte Homosexuellen-Parade in der brasilianischen Mega-Metropole São Paulo - mit Rekord-Beteiligung: Nach Polizeiangaben waren am Samstag etwa 2,5 Millionen Menschen als Mitwirkende und Teilnehmer dabei, 600.000 mehr als im Vorjahr. An der ersten Schwulenparade in São Paulo 1997 hatten sich 2000 Menschen beteiligt.

Als Symbol der sexuellen Vielfalt trugen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fantasievolle Kostüme in Regenbogenfarben. Zu ihren zentralen Forderungen gehörte die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften. Die mittlerweile regierende Arbeiterpartei (PT) von Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva hatte einen entsprechenden Gesetzentwurf schon vor mehr als zehn Jahren vorgeschlagen; Das Parlament hat sich aber immer noch nicht damit befasst.

"Wir sind Bürger, Bürger, die Steuern zahlen und an diesem Land mitarbeiten", sagte Nelson Matias Pereira, einer der Organisatoren. Noch immer würden Schwule, Lesben und Transsexuelle in Brasilien diskriminiert. Der 36 Jahre alte Architekt Cao Ramos - in einem goldenen Abendkleid und mit High-Heels - erklärte: "Es gibt so viele andere Dinge auf der Welt, über die wir uns Sorgen machen sollten, als über die sexuellen Vorlieben der Leute".

Die ursprünglich wie immer für Sonntag vorgesehene Veranstaltung wurde aus Rücksicht auf die zahlreichen brasilianischen Fußballfans erstmals um einen Tag vorgezogen: Am Sonntagabend steht das WM-Spiel Brasilien gegen Australien auf der Tagesordnung.

jol/AP/AFP



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