Saudi-Arabien Männer rufen zu Gewalt gegen autofahrende Frauen auf

Schlagt Frauen mit einer Kordel, wenn sie sich dem Autofahrverbot widersetzen - mit dieser Forderung sorgt eine Facebook-Kampagne von Männern in Saudi-Arabien für Diskussionen. Eine Gegeninitiative setzt auf offenen Widerstand.


Riad - Die "Kampagne des Ikal" in Saudi-Arabien hat ein klares Ziel: Die Initiative von Männern ruft dazu auf, Frauen zu bestrafen, die bei einer Demonstration am 17. Juni das für sie geltende Autofahrverbot missachten wollen. Der Vorstoß ist nach der schweren Kordel benannt, mit der die traditionelle Kopfbedeckung der Männer befestigt wird.

Dem Aufruf zufolge sollen Männer Frauen mit der Kordel schlagen, sollten diese es wagen, sich dem Fahrverbot zu widersetzen. Tausende Männer haben sich bereits auf einer Facebook-Seite für die "Kampagne des Ikal" registriert.

Einige Aktivisten schlugen vor, ganze Kästen mit Ikals an Jugendliche zu verteilen, damit diese die Frauen damit schlagen könnten. Einige amüsierten sich darüber, dass die Preise für die Kordeln bereits angezogen hätten, seit es im Vorfeld der Frauen-Demonstration eine verstärkte Nachfrage gab.

Der renommierte saudi-arabische Romanautor Abdo Chal schrieb in der Zeitung "Okas", er wisse nicht, ob er angesichts der Situation lachen oder weinen solle. In einem Leitartikel in der Zeitung "El Watan" hieß es, autofahrende Frauen sollten lediglich wegen eines fehlenden Führerscheins strafrechtlich verfolgt werden.

Am Samstag war Manal al-Scharif in dem Land festgenommen worden, nachdem sie im Osten des Landes am Steuer gesessen hatte. Unterstützer der Frau fordern nachdrücklich deren Freilassung, immer mehr Menschen unterzeichneten eine entsprechende Petition. Die Internet-Kampagne "Women2Drive" ruft saudi-arabische Frauen dazu auf, sich am 17. Juni möglichst zahlreich hinter das Steuer zu setzen und Auto zu fahren.

ulz/AFP



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