Ranking Mütter haben es in Niger am schwersten

In keinem Land ist die Situation von Müttern schwieriger als in Niger - das berichtet die Organisation Save the Children. Am besten geht es Frauen mit Kindern demnach in Norwegen. Deutschland und die USA schafften es nicht in die Top Ten.

Frau mit Kindern in Niger: Nirgendwo haben es Mütter schwieriger
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Frau mit Kindern in Niger: Nirgendwo haben es Mütter schwieriger


London - Nirgendwo auf der Welt ist die Lage von Müttern schlechter als in Niger. Das geht aus einem Bericht der Hilfsorganisation Save the Children hervor. Demnach schneidet das Land im Gegensatz zu anderen Entwicklungsländern bei allen Indikatoren schlecht ab, etwa bei Müttersterblichkeit, Unterernährung von Kindern, Bildung, Einsatz von Verhütungsmitteln und dem Anteil von Kindern, die zur Schule gehen.

Von den zehn Ländern am unteren Ende der Rangliste stecken sieben mitten in einer Nahrungsmittelkrise. Das Leben der Mütter prägt das ihrer Babys: Vier der zehn Länder verzeichnen laut der Hilfsorganisation eine Zunahme an dauerhaften geistigen und körperlichen Entwicklungsstörungen aufgrund chronischer Mangelernährung. In Niger etwa bedrohe die immer schlimmer werdende Dürre das Leben von Hunderttausenden Kindern.

Ganz an der Spitze des Rankings steht Norwegen. Dort sind dem Bericht zufolge politischer Einfluss und Repräsentation von Frauen, ihre Bildungschancen, der Einsatz von Verhütungsmitteln sowie die Möglichkeiten, in den Mutterschutz zu gehen, vorbildlich. Hinzu kommen eine extrem niedrige Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren und ein besonders ausgeglichenes Verhältnis zwischen dem Einkommen von Frauen und Männern. Deutschland schaffte es nicht in die Top Ten. Die Bundesrepublik, vor zwei Jahren noch auf Rang neun, landete auf Platz zwölf.

USA nicht in Top 20

Die USA verbesserten sich im Vergleich zum Vorjahr um sechs Plätze auf Rang 25. Save the Children hat das Ranking zum 13. Mal erstellt. Der Bericht umfasst 165 Länder. Für acht weitere Staaten gab es nicht zu allen Indikatoren Daten. Manche Staaten wurden nicht in die Untersuchung einbezogen, weil sie weniger als 250.000 Einwohner haben oder es keine Daten gab.

Wie krass die Unterschiede zwischen den besten und schlechtesten Ländern sind, zeigt der Vergleich: Die Ausbildung eines typischen norwegischen Mädchens dauert 18 Jahre, seine Lebenserwartung beträgt 83 Jahre. In Niger besucht ein Mädchen durchschnittlich vier Jahre eine Schule und hat eine Lebenserwartung von 56 Jahren.

Nur fünf Prozent der Frauen in dem Land verfügen über moderne Verhütungsmittel. Eine von sieben Frauen verliert ein Kind vor dessen fünftem Geburtstag - damit ist es wahrscheinlich, dass jede Mutter im Laufe ihres Lebens ein Kleinkind verliert. In Norwegen benutzen dagegen 82 Prozent der Frauen moderne Verhütungsmittel; nur eine von 175 verliert ein Kind vor dessen fünftem Geburtstag.

2,6 Millionen Kinder sterben jährlich an Mangelernährung

Save the Children fordert Maßnahmen, um die Situation insbesondere in Entwicklungsländern zu verbessern. Demnach sollen Regierungen und internationale Organisationen Mädchen und Frauen helfen, ihr Bildungsniveau zu steigern, die wirtschaftliche Situation von Frauen verbessern und Müttern Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglichen.

"Unser Bericht zeigt, dass alleine Muttermilch jährlich eine Million Kinder vor dem Tod bewahren kann. In allen Ländern müssen Richtlinien und Programme eingeführt werden, die Mütter zum Stillen ermutigen und dabei unterstützen", sagt die Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland, Kathrin Wieland. Weniger als 40 Prozent der Säuglinge in Entwicklungsländern werden voll gestillt. Die Folgen von Mangelernährung führen jährlich weltweit zum Tod von 2,6 Millionen Kindern.

Einfache Maßnahmen könnten das Leben von Millionen Kindern und Frauen dauerhaft verbessern - vor allem in der Entwicklungsphase in den ersten tausend Tagen beginnend ab der Schwangerschaft. Dazu zählen unter anderem die Bereitstellung von Vitamin A, das ausschließliche Stillen, vollwertige Beikost und verbesserte Hygiene.

ulz/dpa



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