Statistisches Bundesamt Weniger Ehen werden geschieden

Die Zahl der Scheidungen in Deutschland sinkt. Zwar scheitert laut Statistischem Bundesamt noch jede dritte Ehe. Die Paare sind aber deutlich länger verheiratet als vor 20 Jahren.

Hochzeitspaar (Symbolbild): Noch immer wird gut jede dritte Ehe (36 Prozent) geschieden
Corbis

Hochzeitspaar (Symbolbild): Noch immer wird gut jede dritte Ehe (36 Prozent) geschieden


Wiesbaden - In Deutschland sind im vergangenen Jahr rund 170.000 Ehen geschieden worden. Das waren 5,2 Prozent weniger als 2012 (etwa 179.000 Scheidungen). Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Fast die Hälfte der Paare hatte gemeinsame minderjährige Kinder. Betroffen waren rund 136.000 Mädchen und Jungen, ebenfalls knapp fünf Prozent weniger als 2012.

Aus den Zahlen geht auch hervor, dass Ehen in Deutschland durchschnittlich länger halten als früher. 14 Jahre und 8 Monate waren die Paare im Schnitt verheiratet, die 2013 vor den Scheidungsrichter traten. 20 Jahre zuvor hatte die durchschnittliche Dauer einer geschiedenen Ehe nur 11 Jahre und 7 Monate betragen. Sowohl die Männer (knapp 46 Jahre) als auch die Frauen (fast 43 Jahren) waren bei ihrer Scheidung 2013 im Durchschnitt nahezu sieben Jahre älter als 20 Jahre zuvor.

Noch immer wird gut jede dritte Ehe (36 Prozent) geschieden. Mehr als jeder zweite Scheidungsantrag wurde von Frauen gestellt. Die meisten Ehepartner lebten bei der Scheidung bereits seit einem Jahr getrennt. Bei 1900 Scheidungen waren die Partner noch kein Jahr verheiratet.

Die Zahl der Scheidungen nach der Silberhochzeit (26 und mehr Jahre verheiratet) hat sich in den vergangenen 20 Jahren von 14.300 auf 24.300 nahezu verdoppelt. Den Prognosen der Statistiker zufolge dürften im Laufe der kommenden 25 Jahre 36 Prozent aller 2013 geschlossenen Ehen wieder geschieden werden.

wit/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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apalanca 22.07.2014
1. Eheschließung
Und wie sieht es mit der Anzahl der Eheschließungen aus? 1/3 würde heißen 510.000 Ehen wurden geschlossen. Sehe ich das richtig?
forumgehts? 22.07.2014
2. Wenn
Zitat von sysopDPADie Zahl der Scheidungen in Deutschland sinkt. Zwar scheitert laut Statistischem Bundesamt noch jede dritte Ehe. Die Paare sind aber deutlich länger verheiratet als vor 20 Jahren. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/scheidungszahlen-weniger-ehen-werden-geschieden-a-982237.html
in absoluten Zahlen weniger geheiratet wird, dann sinken auch die Scheidungen in absoluten Zahlen. Dass sich in % die Scheidungsrate nicht verändert sondern nur die Ehedauer verlängert hat, deutet eben darauf hin, dass man für die Scheidungs- und Folgekosten länger sparen muss, bis man sich das leisten kann. :)
Adolfrausch 22.07.2014
3. Was für eine Aussage !
Es könnte ja auch daran liegen, dass es mittlerweile immer weniger verheiratete Paar gibt, so dass die Zahl der Scheidungen selbst dann sinkt, wenn die prozentuale Rate steigt. Auf jeden Fall kann man nur hoffen, dass es in Zukunft leichter wird, auf diesen verhältnismäßig unfairen Vertrag (nichts anderes ist nämlich eine Heirat) zu verzichten. Denn profitieren tun daran nur die Scheidungsindustrie (Anwälte, Gerichte, Gutachter,..) während unsere Kinder und Jugend darunter leidet. Besser wird es sowieso erst dann, wenn die Menschen in der Lage bzw. bereit sind, eine faire Beziehung zu führen und sich den Verantwortungen zu stellen, ohne dass man derartige Verträge abschließen muß. Aber dazu müßte man erstmal den schon in der Schule gelehrten Egoismus aus den Köpfen verbannen. Abgesehen davon muß man sich angesichts der Ungerechtigkeiten, die uns unsere Politiker zumuten, nicht wundern, wenn Beziehungen unter Stress und Alltagsproblemen leiden.
KarlKäfer 22.07.2014
4.
Zitat von AdolfrauschEs könnte ja auch daran liegen, dass es mittlerweile immer weniger verheiratete Paar gibt, so dass die Zahl der Scheidungen selbst dann sinkt, wenn die prozentuale Rate steigt. Auf jeden Fall kann man nur hoffen, dass es in Zukunft leichter wird, auf diesen verhältnismäßig unfairen Vertrag (nichts anderes ist nämlich eine Heirat) zu verzichten. Denn profitieren tun daran nur die Scheidungsindustrie (Anwälte, Gerichte, Gutachter,..) während unsere Kinder und Jugend darunter leidet. Besser wird es sowieso erst dann, wenn die Menschen in der Lage bzw. bereit sind, eine faire Beziehung zu führen und sich den Verantwortungen zu stellen, ohne dass man derartige Verträge abschließen muß. Aber dazu müßte man erstmal den schon in der Schule gelehrten Egoismus aus den Köpfen verbannen. Abgesehen davon muß man sich angesichts der Ungerechtigkeiten, die uns unsere Politiker zumuten, nicht wundern, wenn Beziehungen unter Stress und Alltagsproblemen leiden.
Das mit dem Egoismus ist mit nicht ganz klar. Niemand MUSS heiraten. Wir sind schon über 20 Jahre zusammen (16 davon verheiratet) und können eine Scheidung ausschließen. Also für uns ist das Modell perfekt und hat keine Nachteile.
Logical 22.07.2014
5. Verständlich
Es gibt zig Gründe, warum immer weniger Ehen geschieden werden: Zwangsehen, Scheinehen sowie die finanzielle Abhängigkeit vom Ehemann (Ernährer). Durch das vor wenigen Tagen gefällte Urteil, welches keine Deutschkentnisse bei ausländischen Frauen bei einem Zuzug zum hier lebenden Ehegatten benötigen, wird die Statistik noch manifestiert.
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