Misswahlen im Gefängnis Die Schönsten unter den Schuldigen

Über dieses Urteil können sich die Häftlinge freuen: Ein kolumbianisches Frauengefängnis veranstaltet Schönheitswettbewerbe für seine Insassinnen. Die Misswahlen sind so beliebt, dass sogar Stars aus dem Showgeschäft als Juroren mitwirken.

REUTERS

Bogotá - Bei diesem Schönheitswettbewerb gibt es keine Altersbegrenzung: Wer sich um den Titel der "Reina Madre" (Königinmutter) bewirbt, muss als einzige Bedingung verheiratet sein. Dennoch könnte die Wahl nicht exklusiver sein - denn sie findet im Frauengefängnis Buen Pastor in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá statt.

Mehr als 2200 Insassinnen sitzen dort ein, die meisten wurden wegen Drogenhandels verurteilt oder warten auf ihren Prozess. Der Schönheitswettbewerb wird seit 18 Jahren veranstaltet, als Juroren können immer wieder Fernseh- und Musik-Stars gewonnen werden. Ausgerichtet werden die Wahlen traditionell am Ehrentag der Schutzmantelmadonna, der Schutzheiligen aller Häftlinge. Von den sechs Blöcken des Gefängnisses nominiert jeder eine Kandidatin, die ihren Block im Wettbewerb repräsentiert.

"Obwohl sie im Gefängnis sind, haben sie nicht ihr weibliches Wesen verloren", sagte die Gefängnisangestellte Maria Virginia Camacho, die den diesjährigen Wettbewerb organisiert hatte. Zu den Aufgaben gehörten diesmal zwei Auftritte auf dem Laufsteg, einer in folkloristischer Garderobe, der anderen in eleganten Kleidern. Den Titel der "Reina Madre" konnte schließlich Gloria Gómez (Block 2) gewinnen. Im Wettbewerb der unverheirateten Häftlinge um den Titel der "Reina Juvenil" setzte sich Tatiana Noguera (Block 5) durch.

hpi/AP



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